Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie

23.03.2018  |  Text: Jens Kratschmar  |   Bilder: Werk, Tobias Kircher
Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie
Yamaha MT-07 – Yamahas Schicksalssinfonie
Alle Bilder »
Seit 2014 regiert die MT-07 die Mittelklasse. Nicht nur ihre Fahrleistungen und der damalige Kampfpreis sorgten für Wirbel. Solch einen Befreiungsschlag hatte dem damals siechenden Hersteller auch niemand zugetraut. Kurzum: Die MT-07 war eine durch und durch gelungene Überraschung
Geschichten über ein Motorrad, die mit der Entstehung von Beethovens 5. Sinfonie beginnen, können die schlechtesten nicht sein. Sie bewegen den Leser entweder zum Öffnen einer Flasche Spärburgunder: wünschenswert. Oder zum Schließen des ­gesamten Druckwerks: wahrscheinlich.

Wer diese Zeilen nun liest, dem sei eine der vielen Anekdoten zur Entstehung der weltbekannten Schicksalssinfonie des Ludwig van. B erzählt: Man sagt, die charakteristischen vier harten Noten zum Auftakt seien dem Meister in den Sinn gekommen, als seine damalige Wirtin in erneuter Anmahnung der längst überfälligen Miete immer wieder in diesem Rhythmus an die Kammertür gehämmert habe. So schreibt er sie nieder, wird später endgültig taub und irgendwann weltberühmt.

Mit dieser Zeichnung begann die Geschichte der ­MT-07 bei Yamaha. Die Grundform ist erhalten ­geblieben und auch das ein oder andere Detail findet sich heute noch an den Maschinen

DA-DA-DA-DAAAM. Hier liegt nun der Schnittpunkt zu Yamaha und deren Schicksalssinfonie, der MT-07. Auch hier, so fantasiert der Chronist, hämmert jemand an Türen. Doch nicht die Wirtin ist’s, es ist der Yamaha-Chef, und er mahnt miserable Verkaufszahlen an. Mit harter Faust ­donnert er gegen die Türen der Kammern, in denen seine Entwicklungschefs stecken. Ob sie denn vielleicht doch endlich mal wieder ein verkaufbares Motorrad bauen mögen, verlangt er zu wissen.

Seit 2014 Gesicht der MT-07: Der leicht ellipsoide Scheinwerfer mit hochsitzenden Blinkern erinnert an die alte MT-01 und die erste MT-03 mit einer Spur der letzten FZ-Modelle

Wir schreiben das Jahr 2013. Der Marktanteil von Yamaha bei Motorrädern über 125 Kubik ist auf 6,22 Prozent gefallen, knapp hinter den von Triumph (6,48 Prozent). Sieben Jahre zuvor noch hat man mit 14 Prozent Platz 4 der Herstellercharts ­gehalten, während Triumph mit verschwindend geringen 2,3 Prozent um jeden Kunden gekämpft hat. Zeitgleich hat sich – und jetzt festhalten – Harley-Davidson zur drittgrößten Motorradmarke Deutschlands hochgearbeitet und das in einer Zeit, in der angeblich keiner mehr Cruiser oder Chopper haben will. Supersportler jedenfalls kauft definitiv niemand mehr und hier liegt das Problem: Über eine Dekade lang sind eben die die Kernkompetenz von Yamaha gewesen, die FZR- und YZF-Baureihe mit 600 bis 1 000 Kubik Kassenschlager und auch deren sportliche Straßenableger ­namens Fazer oder FZ haben sich hoher ­Beliebtheit erfeut. Nun aber kauft – auch dank der Gebrüder Lehman – keiner mehr Rennsport für die Straße. Günstige Allrounder sind beliebt. Honda bringt seine CBF-Modelle täglich zu Dutzenden an den Mann und auch Kawasaki wildert mit seiner einfachen, zweizylindrigen ER-6 kräftig im Revier. Und zeigt, wohin die Reise gehen wird: Einfache Kräder rücken in den Fokus der Käufer. Überschaubare Zwei­zylinder zu überschaubaren Preisen, einfach ­beherrschbar. Dinge, die auch die italienischen Twins dieser Zeit nicht bieten und dazu noch schwächer, ­wartungsintensiver und teurer sind. 

Straffer Hintern mit leicht klobigem Rücklicht bei der 2014er-MT. Hauptproblem am Heck bisher: Die Sitzbank war zu kurz, zu schmal und zu weich. Tourenfahrer wünschten sich  hier eine Verbesserung

Zwar reagiert Yamaha vergleichsweise schnell auf diese Marktänderung, nur mit der neuen MT-03 denkbar schlecht. Optisch zwar der Hammer, aber wegen ihres ergrauten Enduro-Eintopfs nur mit mageren 48 PS beseelt und zur Einführung 2006 heftige 460 Euro teurer als die Kawa, 23 PS schwächer und ABS gibt’s weder für Geld noch nach Gewaltandrohung. So hat die MT-03 keine Chance. Yamaha siecht dahin. Nicht nur der Marktanteil ist 2013 am Boden, auch der Aktienkurs ist von vierundzwanzig (2006) auf knapp sieben Euro geschmolzen.

Das Erfolgsmodell MT-07 steht seit Einführung für eine neue Zeitrechnung bei Yamaha. Trotz aller Erfolge sah man sich veranlasst, ordentlich Hand anzulegen und das Design zukunftssicher zu machen. Ob das gelungen ist, wird die Zeit  noch zeigen

DAM-DAM-DAM-DAAAM. Es muss was Neues her. Motoren und Motorräder, die der Markt haben will. Leicht, einfach, günstig, für jeden fahrbar und jederzeit herzeigbar. Weg vom bisherigen Premiumanspruch, nach oben und unten ausbaubar, kurz: Stückzahlen sind gefordert. Scheinbar alles, was die Motorradsparte des großen Konzerns noch hat, wird in diese neue Modellfamilie investiert. Das erste Ergebnis dann schon Ende 2012 auf der EICMA zu Mailand: Yamaha stellt einen neuen Dreizylinder als Prototyp vor. Helle Freude und heißer Sake für alle! Doch gleich dämpft der Japaner die Euphorie wieder: Eine neue Modellfamilie wird noch mindestens drei Jahre brauchen. Welche Motorräder Yamaha bis dahin verkaufen will, bleibt geheim.

Im Sommer 2013 dann die Überraschung: Die MT-09 mit eben diesem neuen Triple – mit überragender Leistung und Kampfpreis. Aufatmen. Doch irgendwie fährt auch sie zunächst ein Stück weit am Ziel des Allerweltsmopeds vorbei. Trotz Einstandserfolges kann auch sie das düsterste Yamaha-Jahr der jüngeren Geschichte nicht mehr retten. 



Im Jahr drauf dann der endgültige Befreiungsschlag: die MT-07. Kantig, quirlig, einfach und mit 5.495 Euro unschlagbar günstig. Volltreffer! Euphorie! Beste Voraussetzungen fürs Jahr 2014. Doch geht der Plan auf? Kann Yamaha mit diesem Discountmoped den freien Fall in die Bedeutungslosigkeit stoppen, gar umdrehen?

2018. Yamaha ist auf Platz zwei der deutschen Zu­lassungsstatistik. Zählt man die vielen 125er mit, sogar größer als BMW. Und die MT? Insgesamt 12 747 MT-07 in Deutschland und über 68 000 in ganz Europa zeigen: Ja, Yamaha hat zum richtigen – vielleicht letztmöglichen – Zeitpunkt das richtige Motorrad gebracht. Die große Schwester MT-09 kommt immerhin auf 7 142 Stück in Deutschland und 37 810 Exemplare in Europa. So dürfen beide als Erfolg gewertet werden und der Run auf das kleine Volksmotorrad ist weiterhin ungebrochen. Einzig der einstige Discountpreis hat sich dem Markt angepasst: von 2014 mit 5.495 Euro (5.995 mit ABS) über 6.395 (2015 mit ABS) zu 6.495 Euro 2016 und 6.695 im Jahr 2017. Und heute? Kostet die Gute 6.795 Euro, ist allerdings auch ordentlich überarbeitet worden. Seit ihrem Erscheinen hat sich der Yamaha-Aktienkurs übrigens auf knapp dreißig Euro vervierfacht. Läuft bei Yamaha.

Das neue Gesicht erinnert stark an das der alten MT-09. Das kann kein Fehler sein. Auch neu: Die Blinker sitzen nun am Kühler

Seit der ersten Präsentation begeistert die MT-07 Fahrer jeden Alters und Fahrkönnens. Ihre Einfachheit macht sie stark. Hauptsächlicher Kritikpunkt am Gesamtwerk seit 2014 ist die lasche Abstimmung der Federelemente. Geschwindigkeit und Schräglage sind nicht die beste Kombination von Fahrzuständen auf der MT, die dann labbrig und untersteuernd durch die Kurve ­eiert. Hier hat Yamaha für 2018 nun Hand angelegt. Das neue Federbein ist jetzt in Vorspannung und – einzigartig in dieser Klasse – Zugstufendämpfung einstellbar und außerdem mit einer 120 N/mm starken Feder (gegenüber 107,8 N/mm 2017) ziemlich straff ausgelegt. Auch sein Dämpfungspotenzial wurde deutlich erhöht. Die Zug­stufe dämpft nun 25 Prozent stärker, die Druckstufe ist gar 39 Prozent härter als zuvor. Das sollte doch endlich Ruhe ins Fahrwerk bringen! Die Gabel indes wurde mit homöopathisch erhöhter Federrate samt Dämpfung nur leicht überarbeitet.

Das neue Design macht die 07 deutlich ­erwachsener und gedrungener. Herzlichst ­willkommen auf den ersten Kilometern: die ­größere, endlich straffere Sitzbank

Nach den ersten zurückgelegten Kilometern rund um Marbella ist nun Folgendes zu sagen: Die MT-07 hat endlich ein Fahrwerk, die Änderungen waren zielführend. Spürbar straffer gefedert und gedämpft hält das Chassis jetzt auch in der Kurvenkompression halbwegs seine Geometrie und taugt endlich auch für wirklich erwachsene Fahrer mit wohlstandsgenährter Hüfte. Das bekannte Untersteuern ist weg. 

Interessant ist das beinah verwirrende Reifenangebot des neuen Modells. Bei uns wird es mit dem bekannten Michelin Pilot Road 4 erstausgerüstet, doch auch der ­alte und schlechte BT 023 von Bridgestone ­landet bisweilen noch auf den Felgen. Wie unser Reifentest auf Seite 42 und auch die Testfahrt im nassen Spanien zeigen, sollte man als Kunde unbedingt Modelle mit dem Michelin auf den Felgen verlangen.

Attraktiv auch das neue Rücklicht: Sichtbar mehr Kante und Kontur geben dem geänderten Heck eine große Portion Selbst-bewusstsein mit auf den Weg

Vollendet wird die Modellpflege vom neuen Design. Das Familiengesicht der MT-Reihe tritt nun auch bei der 07er klarer ­heraus. Die Neuerungen umfassen einen neuen Scheinwerfer mit mehr Kante, neue Lufteinlässe am Tank, ein geändertes Tankcover, eine neue, größere Sitzbank sowie ein neues Heckteil mit größerem Rücklicht – all das erinnert sehr an die MT-09. Die Neupositionierung der Blinker an der Seite des nun lackierten Kühlers fällt da erst beim zweiten Blick auf. Im neuen Kleid wirkt die MT-07 moderner, distanziert sich vom bisherigen „Spielzeug“-Charakter und hebt sich so auch wieder von den Konkurrenten Suzuki SV 650 und Kawasaki Z 650 ab. Neben dem Update sieht die 2017er MT-07 bildlich wie buchstäblich alt aus. Doch Yamaha übertreibt es nicht. Die Hackordnung der ­Familie von der krassen MT-10 über die kantige MT-09 zur MT-07 hinunter ist ­immer noch klar. Und so stellt die ­MT-07 äußerlich immer noch den größtmöglichen Kompromiss zwischen polarisierender ­Kante und Massenkompatibilität dar. 

Den größten Anteil am neuen, erwachsenen Fahr­gefühl hat das überarbeitete, nun in der ­Zugstufe einstellbare Federbein

Mit den geänderten Bauteilen des Bodyworks ergibt sich für den Fahrer eine neue Sitzposition auf dem Krad. Dank breiterem Tankcover und größerer, strafferer Sitzbank hat man deutlich mehr Kontakt zur MT und somit mehr Kontrolle.  Erfreulicher Nebeneffekt des frischen Gestühls: mehr Komfort. Nur einen etwas breiteren Lenker würde man sich nun, wo man etwas aufrechter sitzt als zuvor, noch wünschen. 

Fazit: Auch die neue MT-07 beweist wieder, dass günstig nicht billig sein muss. Verarbeitung und Finish sind ohne Makel. Mit dem jetzt guten Fahrwerk ist die ­Kleine fit für die nächsten Jahre und für große Leute. Am tollen Zweizylinder ­musste ­dafür rein gar nichts geändert werden. DA-DA-DA-DAAAM.
 

Technische Daten: Yamaha MT-07

Preis: 6.795 Euro in Night Fluo, Yamaha Blue und Tech Black
Leistung: 75 PS bei 9 000/min
Drehmoment: 68 Nm bei 6 500/min
Motor: Viertakt-Zweizylinder-Reihenmotor, wassergekühlt, vier Ventile pro Zylinder, dohc, Hubraum 689 ccm, Bohrung x Hub 80 x 68,6 mm
Getriebe/Endantrieb: 6-Gang, Kette
Rahmen: Gitterrohrrahmen aus Stahl
Federung vorn: Telegabel, Standrohr-Ø 41 mm, Federweg 130 mm
Federung hinten: Stahlschwinge mit zwei Federbeinen, Federweg 120 mm
Fahrwerksgeometrie: Radstand 1 400 mm, Lenkkopfwinkel 65,5°, Nachlauf 90 mm
Bremsen: 282-mm-Doppelscheiben­bremse vorn, 245-mm-Scheiben-bremse hinten 
Bereifung: 120/70ZR17 vorn, 180/55ZR17 hinten
Gewicht vollgetankt: 182 kg
Tankinhalt: 14 Liter
Inspektion: 10 000 Kilometer oder einmal jährlich
 

Interview - James McCombes

James McCombes

Yamaha und die MT-07: Wie fing alles an? 
Als die Wirtschaftskrise hereinbrach, sah Yamaha die Gelegenheit und Notwendigkeit, die Klasse der mittelgroßen Naked Bikes neu zu definieren und sich so auf die Bedürfnisse der Kunden zu konzentrieren. Die Anforderungen wandelten sich hin zu charakterstarken Nischenprodukten. Und dafür steht bei Yamaha die MT-07.

Was stand alles im Lastenheft zur ­Entwicklung? Was sollte eine MT-07 ­darstellen?
Die MT steht für Easy Fun. Sie soll Motor- und Fahrleistung mit Emotionen und ein­facher Nutzbarkeit verbinden und das zu ­einem sehr erschwinglichen Preis. ­Während der Entwicklung war diese Stoßrichtung immer präsent und jede Entscheidung eine sorgfältige Balance zwischen Leistung und Erschwinglichkeit. Das drehmoment­starke, leichte Konzept und das ausgezeichnete Preis-Leistungs-Verhältnis machten das Motorrad von ­Beginn an außergewöhnlich. Kein anderes ­Motorrad auf dem Markt bot die Bandbreite der ­MT-07 zu diesem Preis – und das ist bis heute so geblieben.

Die Entscheidung für den Reihenzweizylinder war ja auch am Erfolg der Konkurrenz orientiert. Einzig der 270°-Versatz ist hervorstechendes Merkmal. Wie kam es zu dieser Entscheidung?
Der Motor sollte so charakter- wie drehmomentstark und für ein agiles Motorrad auch möglichst leicht werden und so eine sehr breite Zielgruppe ansprechen. Die Verwendung der Crossplane-Technologie aus der MotoGP war ein geeigneter Schritt, um diese Charakter- und Leistungsmerkmale zu erreichen. Natürlich hatten wir auch schon Erfahrungen mit 270-Grad-­Motoren von unseren TRX- oder den späten TDM-Maschinen. All das gab uns die Zuversicht, dass diese Art von Motor perfekt für die Plattform MT-07 passen würde.

Als die MT-07 2014 erschien, ging ein Raunen durch die Motorradwelt. ­Yamaha holte wieder auf. Doch die Jahre zuvor waren schwere. Wie kam es dazu, dass Yamaha Ende 2013 so deutlich in den Verkaufszahlen abrutschte?
Sicherlich war die Wirtschaftskrise für die gesamte Motorradindustrie hart und im Rückblick waren die Produkte, die wir bauten, vielleicht nicht passend für die Wünsche der Kunden. Diese Krise war aber auch ein Resetknopf und ermöglichte es Yamaha, sich neu zu orientieren und das Verständnis für das, wonach die Kunden suchten, neu zu definieren.

Wie lange dauert eine solch tief­greifende Neuent­wicklung eines Modells bei ­Yamaha? 
Typischerweise kann solch eine völlig neue Entwicklung von Grund auf samt neuem Motor bis zu fünf Jahre dauern. 

Wart ihr selbst vom großen Erfolg überrascht?
Es war sehr erfreulich zu sehen, wie der Markt die MT-07 angenommen und ­sogar unsere eigenen Erwartungen übertroffen hat. Man hofft immer, dass die entwickelten­ Produkte so gut verstanden und angenommen werden. Aber in diesem Fall, nach einigen sehr harten ­Jahren, war es besonders schön.

Wo stünde Yamaha heute ohne die MT-07?
Ohne die MT-Serie ist die Firma heute kaum vorstellbar. Diese Modelle und der dazu­gehörige Markt sind so wichtig für uns, da ist es schwer zu sagen, was ohne passiert wäre.

Optisch wurde die MT-07 nun stark ­überarbeitet. Technisch konzentrierte man sich aufs Fahrwerk. Woher kam der Impuls dazu?
Es ist immer wichtig, das Design eines Produkts frisch zu halten. Beim Motor­rad aber ist das Fahrgefühl der Schlüssel. Die Bandbreite an MT-Fahrern ist groß, viele davon profitieren von einem breiter aufgestellten Chassis-Setup, so können wir die Möglichkeiten der 07 erweitern. Natürlich müssen alle Änderungen, die wir vornehmen, Preis- und Marktpositionierung der Maschine im Blick halten. Die Leistungsmerkmale so stark zu verbessern, dass ein Motorrad für die Zielgruppe finanziell uninteressant wird, ist eine einfache Übung. Sprich: Viel hilft nicht immer viel. Ich denke, wir haben bei der MT-07 den richtigen Weg eingeschlagen.

Ich weiß, ihr sprecht nicht gern über zukünftige Modelle, aber ist für euch eine stärker in Richtung Straßensport entwickelte, noch performanceorientiertere MT-07 denkbar? Gäbe es dafür eine Nachfrage in Europa?
Die Stärke des CP2-Motors, seine Leistung und Zugänglichkeit sind bekannt. Bereits in Europa und auf den US-Märkten haben wir gesehen, dass Kunden die Maschine in kleinen Rennserien mit hervorragenden Ergebnissen einsetzen. Der Supersportmarkt ist derzeit nicht der stärkste, aber ich habe keine Zweifel, dass die ­CP2-Plattform eine fantastische Basis ­böte, wenn wir uns entscheiden würden, in diese Richtung zu gehen.

Eurer bisherigen Modellpolitik in der MT-Familie nach müsste ­alsbald auch eine MT-07 SP vorgestellt werden. Wie sieht es hier aus?
Die MT-07 hat einen besonders breiten Kundenstamm, nicht nur unter jungen oder unerfahrenen Fahrern, sondern auch bei den erfahrenen und sportorientierten Fahrern, die eine SP-Variante schätzen würden. Das könnte ein sehr interessantes und aufregendes Produkt werden.
  Teilen
Topseller im Shop
Stand:20 September 2018 02:14:06/test/yamaha+mt-07+-+yamahas+schicksalssinfonie_18307.html