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Technik Reifen – Durchs Jahr getragen

18.03.2019  |  Text: Jens Kratschmar  |   Bilder: Tobias Kircher, Werk
Technik Reifen – Durchs Jahr getragen Technik Reifen – Durchs Jahr getragen Technik Reifen – Durchs Jahr getragen Technik Reifen – Durchs Jahr getragen Technik Reifen – Durchs Jahr getragen Technik Reifen – Durchs Jahr getragen Technik Reifen – Durchs Jahr getragen Technik Reifen – Durchs Jahr getragen Technik Reifen – Durchs Jahr getragen Technik Reifen – Durchs Jahr getragen
Technik Reifen – Durchs Jahr getragen
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Mit 120/70ZR17 und 190/55ZR17 haben ­unsere Saisontester BMW S 1000 R und ­Triumph Speed Triple RS die gleiche Schuhgröße. Wir haben uns im Schuhladen kräftig bedient und auf zahlreichen Sohlen Erfahrungen ­gesammelt


Pirelli Diablo Rosso Corsa II
Gewicht v/h:
4,3/6,3 kg
Informationen und Freigaben: pirelli.com

Neuer Sportreifen aus dem Hause Pirelli. Der Diablo Rosso Corsa II ist zwischen dem Straßenreifen Rosso III und dem Hypersport-Gummi Supercorsa angesiedelt und soll ­beide Welten perfekt miteinander verbinden. Mission gelungen. Der DRC II gibt sich optisch bewusst sportlich und weiß das auch auf der Straße unmissverständlich zu kommunizieren, doch birgt er auch eine zahme Seite in sich: eine mit einfacher Handhabung bei Kälte und Herbstfeuchte und immer noch ausreichendem Landstraßenkomfort. Wird der Ritt aber heftiger, zeigt der Pirelli seine Zähne. Krallt sich egal unter welchen Umständen in den Asphalt und verlangt jederzeit nach Kurven und Kehren. Feines ­Gummi. Einzig die etwas längere Aufwärmphase, sowie die Angewohnheit, sich bei Zug am Triumph-Lenker etwas zu versteifen, fallen etwas unangenehm auf. Gute 1 000 Kilometer auf der starken Speedy zeigen keinerlei Verschleißerscheinungen. 

Fazit: Auch wenn Pirelli den DRC II als Sport­reifen darstellen möchte, brilliert er auf der Land­straße insbesondere durch sein unkompliziertes Wesen. Warm gefahren kann dieses Gummi nichts erschrecken und es dürfte dank wenig Verschleiß auch einige tausend Kilometer halten. Preis: ca. 290 Euro




Avon Spirit ST
Gewicht v/h:
4,7/8,4 kg
Informationen und Freigaben: avon.de

Besonders auf der S 1000 R weiß der Spirit mit seiner ausgeprägten Handlichkeit vorn zu erfreuen, legt sich nach dem Abwinkeln angenehm stabil in die Kurven, kommt am Heck aber nur etwas zäh hinterher, was auch am hohen Gewicht liegen dürfte. Das kommt mit durch die unglaublich hohen Profilblöcke, was eine hohe Laufleistung verspricht. Rollt ruhig und mit dem semiaktiven Fahrwerk der BMW auch komfortabel ab. Da wird selbst die harte Dämpfereinstellung der S dauerhaft fahrbar. Und damit kommen wir zum Hauptunterschied im Vergleich zur Speedy RS: Zwar kalt und lauwarm schon schön agil und mit reichlich Grip gesegnet, kommt er mit der Sport-Einstellung des Öhlins-Fahrwerks nicht so gut zurecht, zeigt hier deutliche Einbußen beim Abrollkomfort. Auf beiden Maschinen zeigt sich das Abriebverhalten überraschend unauffällig. Weder das üppige Drehmoment der Triumph noch die überfordernde Power der BMW bringen das Gummi in Bedrängnis. Über 2 000 Kilometer war er auf beiden Mopeds im Einsatz ohne nennenswerten Verschleiß oder Ermüdungserscheinungen zu zeigen. Restprofiltiefe hinten immer noch über fünf Millimeter. 

Fazit: Erfreulich einfach zu fahrender Reifen mit gutem Grip in allen Lebenslagen. Schwerer 190er-Hinterreifen verdirbt etwas die Handlichkeit des Front-Gummis. Touring-Reifen, der auch den heftigen Ritt locker wegsteckt. Voraussichtlich hohe Laufleistung bei gleichzeitig günstigem Preis. Preis: ca. 230 Euro




Bridgestone S20 Evo
Gewicht v/h:
4,2/7,4 kg
Informationen und Freigaben: bridgestone.com

Dienstältester Pneu im Test und trotzdem weit vorn auf der Liste der Lieblingsreifen. Der S20 Evo ist bereits seit 2014 am Markt und hat mittlerweile zwei Nachfolger. Trotzdem ist er nicht als altes Gummi zu betiteln. Als Serien­bereifung auf BMWs Super-Roadster S 1000 R weiß er immer noch durch fein­sinniges Handling, enormen Grip und einfachsten Umgang zu punkten. Einzig beim Aufwärmverhalten an kühlen Tagen braucht er ein paar Kurven mehr. Und auch schnelle Etappen mit wechselnden Belägen und Reibwerten lassen ihn bisweilen etwas ungelenk erscheinen. Nach 3 000 Kilometern auf der Brachial-BMW war sein Profil schon deutlich abgeschmolzen. Weitere 2 000 hinten sollten aber machbar sein. Mit Präsentation des neuen S22 dürfte er als Auslaufmodell demnächst noch günstiger zu haben sein. 

Fazit: Oldie but Goldie. Der S20 ist weiterhin ein sehr empfehlenswerter ­Reifen, der auf den meisten Mopeds eine sehr gute Figur macht und dem Fahrer mit leichtem Handling und tollem Fahrverhalten gefällt. Auf der Landstraße weiterhin weit vorn dabei. Preis: ca. 220 Euro




Continental SportAttack 3
Gewicht v/h:
4,7/6,3 kg
Informationen und Freigaben: continental-reifen.de

Wer Grip braucht ist hier goldrichtig. Der Sportreifen klebt am Asphalt wie Sekundenkleber an den Fingern. Lässt sich super handlich fahren, liegt hochstabil und neutral in der Kurve, giert willig weiter in die Schräglage rein. Im Ganzen ein ganzes Stück agiler als der RoadAttack und auch auf der Kante spürbar transparenter, dafür mit fühlbaren Komforteinbußen. Kalt schon eine Bank in Sache Grip, heiß kriegt ihn selbst die brutale S 1000 R auf trockenem Asphalt nicht ins Rutschen. Bei Feuchte und Nässe allerdings sinkt das Vertrauen in den Grip. Der unglaubliche Trockengrip geht indes nicht auf Kosten der Haltbarkeit. Die sehr weichen Flanken der Multi-Compound-Lauffläche verlieren zwar schnell an Material, doch nach 2 500 Kilometern sind immer noch drei Millimeter Restprofil vorhanden, was einen Verschleiß von 0,8 mm bedeutet. 
Fazit: Reiner Sportreifen, der im Trockenen nahe der Perfektion agiert, aber mit Regen wenig anfangen kann. Nahezu uneinholbar schnell und narrensicher zu fahren. Deutlich günstiger als der RoadAttack, doch die geringere Eigendämpfung des Sportgummis muss man wollen. Preis: ca. 270 Euro




Avon 3D Ultra Storm Sport
Gewicht v/h:
4,5/6,9 kg
Informationen und Freigaben: avon.de

Hyperstabiler, aber nicht hyperagiler Reifen. Massiert sich in jedweder Schräglage superstabil in den Radius, braucht dazu aber einen klaren Impuls zum Einlenken und in schnellen Wechselkurven auch mal Druck aus der Hüfte. Grip, Handlichkeit und Komfort besser als beim Spirit, was vor allem am deutlich leichteren Heck-Gummi zu erfahren ist. Spitze Kontur bringt enorm viel Schräglagenfreiheit und viel Angststreifen, wo keiner mehr sein dürfte – nix für den Stammtisch. In Summe aber eher ein sportlicher Allrounder für sorgenloses Kurvenkratzen mit Exoten-Bonus. Mit gut 180 Euro pro Satz für einen absoluten Kampfpreis zu haben. Weist nach 1 000 Kilometern keinen erkennbaren Verschleiß auf.

Fazit: Wer körperbetont fährt und dabei Hüfte und Knie gerne einsetzt, um die Fuhre ins Eck zu zirkeln, kommt mit dem sehr günstigen Ultra bestens zurecht. Stabiler und neutraler geht wohl kein Reifen durch den Radius. Als Ultra-Extreme-Version in noch weicheren Gummimischungen zu haben. Preis: ca. 180 Euro




Michelin Road 5
Gewicht v/h:
4,3/6,4 kg
Informationen und Freigaben: michelin.de

Flotte Sportfahrer werden mit dem Road 5 nur wenig anfangen können, routinierte Kilometerfresser und Langstreckenkönige werden indes aktuell keinen besseren Tourenreifen finden. Er durfte mit uns die Korsika-Rallye bestreiten ­(siehe ROADSTER 6/18) und unterlegte die Action mit einem flauschigen Teppich der Verlässlichkeit. Egal welche Straßenverhältnisse, der Michelin ist immer voll da. Auch er hat am Ende über 2 000 Kilometer auf dem Profil, aber keinen sicht- oder merkbaren Verschleiß. Allerdings ist er kein Paradebeispiel für Handlichkeit; für den entspannten Landstraßenfahrer aber ist er immer noch beweglich genug für glückliche Krad-Momente. Bietet im Vergleich den wohl höchsten Abrollkomfort und gibt in Schräglage sehr gute Rückmeldung.

Fazit: Top-Allrounder, bei dem „Tour“ deutlich größer geschrieben ist als „Sport“. Perfektes Schlechtwettergummi mit hohem Fun-Faktor im Trockenen und dem höchsten Fahrkomfort im Feld. Preis: ca. 280 Euro




Continental RoadAttack 3
Gewicht v/h:
4,5/6,6 kg
Informationen und Freigaben: continental-reifen.de

Goldenes Gummi. Der Conti überzeugt mit seiner uneingeschränkt hohen Alltagstauglichkeit. Auf der Speedy durfte er mit uns die Korsika-Rallye bestreiten und war jederzeit eine Bank heftigen Grips. Selbst plötzliche Gewitter mit zwei Zentimeter Wasser auf der Gasse bringen ihn nicht ins Schwitzen. Tolles ­Kaltlaufverhalten, einfaches Handling, sehr hoher Fahrkomfort, narrensicheres Kurvenver­halten mit hoher Neutralität und ­stabilem Lauf. Famoser Straßenreifen mit enormer Haftung und viel Freude in höchster ­Schräglage. Verschleiß hält sich mit 0,8 mm auf 2 500 Kilometern sehr in Grenzen. ­Restprofil drei Millimeter bis zum Verschleiß­marker.

Fazit: Ein wirklich großes Fenster für den Alltag bietet Contis Road Attack 3 und ist deshalb eine klare Empfehlung für den engagierten Landstraßen-Ritter. Von kalt über nass bis heiß steckt er alles locker weg. Sehr einfach zu fahrender Reifen ohne ­Tücken oder hinterhältige Charakterzüge und mit voraussichtlich hoher Laufleistung. Preis: ca. 270 Euro




Metzeler Sportec M7 RR
Gewicht v/h:
4,3/6,4 kg
Informationen und Freigaben: metzeler.com

Es gibt nur einen Grund, warum Metzeler den M7 RR seit 2014 kaum verändert hat: Er funktioniert einfach. Kalt wie warm hervorragender Grip, auch bei Nässe trumpft der M7 auf. Klares, agiles Einlenken, gefolgt von fast übertriebener Neutralität. Einzig als Vorderreifen der S 1000 R reagiert der M7 anfällig auf Bodenunebenheiten. Besonders wenn mehr über die Hüfte als den Lenker gefahren wird, dann stellt er spürbar auf. In Sachen Supersport ist der M7 schon leicht angegraut und stellt heute eher die Referenz für die Landstraße dar. Im direkten Vergleich zu neuesten Sportreifen geht er dann doch nicht ganz so hyperagil ins Eck und gibt sich mit seiner ausgeprägten Stabilität ein wenig steif.

Fazit: Der alte Mann aus Breuberg hat’s immer noch drauf. Richtig guter Lands­traßensportler mit feinfühligem Grip, agilem Lenkverhalten und verlässlicher Kurvenarbeit. Ein sportlicher Alles­könner. Preis: ca. 260 Euro




Michelin Power RS
Gewicht v/h:
4,4/6,0 kg
Informationen und Freigaben: michelin.de

Der Power RS ist der Rennstrecke näher als der Landstraße und ­körperbetonte Fahrer brauchen etwas Zeit, bis sie sich an den leichtfüßigen Pneu gewöhnt ­haben, da er auf Anregungen der Straße und über die Hüfte gefahren mit ­spürbarem Aufstellen über beide Achsen reagiert. Lieber will er über den ­Lenker in den Radius gezogen werden. Dann steuert er nach Sicht ultragenau auf jeden Kronkorken und bleibt in der Kurve stabil. Auf der S 1000 R geht er sehr willig auf die enge Linie mit leichter Tendenz zum Übersteuern. Überragender Trockengrip, bei Nässe auf der Flanke zu blank und mit wenig Aufnahmekapazität fürs Wasser, dadurch keine Bank des Vertrauens. Überraschend hoher Abrollkomfort, auch auf der straffen Speedy. Laufleistung eher knapp: Nach knapp über 2 000 Kilo­metern schon mit spürbaren Leistungseinbußen im harten Gefecht, für den Touringmodus noch ausreichend.

Fazit: König im Trockenen. Lockerer zieht dich zurzeit kein Gummi durch die Ecke, das Potenzial lässt aber über die eher schwache  Laufleistung spürbar nach. Kalt etwas stur und bei Nässe schwach. Preis: ca. 220 Euro
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Stand:20 April 2019 22:51:59/test/technik+reifen+-+durchs+jahr+getragen_181204.html