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Technik Problemlöser-Werkzeug – Raus aus der Patsche

15.05.2019  |  Text: Guido Kupper, Thomas Kryschan  |   Bilder: Tobias Kircher
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Technik Problemlöser-Werkzeug – Raus aus der Patsche
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Ist der Bolzen gerissen oder der Schraubenkopf rund, kommt man mit herkömmlichem Werkzeug nicht mehr weiter. Wir haben uns ­spezielle Tools für Problemfälle ­näher angesehen
Dass derlei Schicksalsschläge Potenzial fürs ganz große Drama haben, brauchen wir euch sicher nicht zu erzählen. Oft folgt nach dem ersten Fluchen ein deprimiert geflüsteres „Ade, Zeitplan!“ Gut, wenn man dann einen Kumpel um die Ecke hat, der das Know-how und/oder das entsprechende Werkzeug in Kopf und Keller hat. Im Falle des Bolzens beispielsweise ist das exakt ­mittige Körnen und maßhaltige Ausbohren schon eine Art Expertenwissen, das auch langjährige Schrauber nicht so ohne Weiteres aus dem Ärmel schütteln.

Für diesen Fall bietet die Firma Würth einen kleinen Notfallkoffer mit Bohrern, Führungs­hülsen und Ausdrehstiften an. Im Falle der rundgedrehten Mutter dagegen kann man auf ­ihre ­Spiralstecknüsse oder die „Drive Cones“ von ­Gambit zurückgreifen. Erstere schneiden sich ­unerbittlich in den Schraubenkopf, während ­letztere mit ihrer ausgeklügelten Form laut Hersteller selbst an bis zu 95 Prozent rundge­drehten Schraubenköpfen noch Halt finden. Das Resultat ist dasselbe: Beide packen so zu, dass sie selbst bei großem Hebel nicht nachlassen und unsere im Schraubstock fixierte Testschraube aufgab und abscherte. Geht auf der anderen ­Seite der Schraubverbindung nix mehr, bleibt einem immer noch der Mutternsprenger – vorausgesetzt, um das Corpus Delicti herum bietet sich genügend Spielraum zum Ansetzen des Werkzeugs und zum Anwenden des mitleidslosen Hebels, der hier notwendig ist.

Doch es muss ja nicht immer gleich das ganz große Drama sein, das einen beim Schrauben ­komplett aus der Bahn wirft. Manchmal kämpft man  auch einfach nur mit der schlechten Erreichbarkeit von Schraubverbindungen –  oder schlicht und ­ergreifend nur mit der mäßigen eigenen ­Geschicklichkeit.
 



Gewindeausdreher
www.wuerth.de, ca. 100 Euro, Für Schrauben von 6 bis 16 mm bzw. 1/4 bis 5/8 Zoll


Sieht kompliziert aus, erklärt sich bei der Anwendung aber fast von selbst: Fürs exakt mittige Aufbohren dienen Führungshülsen, die auf den hervorstehenden Schraubenrest aufgesteckt werden. Ist das Ding bündig abgerissen, hilft nur körnern per Augenmaß. Zu jeder Bohrergröße gehört ein passender Dorn, der per Hammer in die Bohrung geschlagen wird. Dann Sechskant aufstecken, rausschrauben, fertig – so weit die Theorie. Die Handhabung klappt super, das System überzeugt. Weil’s bei unserem Schraubenrest aber keinen Überstand mehr gab, haben wir die ­Schraube nicht wirklich mittig getroffen, der Ausdrehdorn ließ sich dennoch ansetzen. Beeindruckend, wie viel Kraft seine kleinen Flanken übertragen können. Für den 10er-Bolzen, der so fest saß, dass sein Kopf abriss, reichte es trotzdem nicht. Am Ende drehte der Dorn haltlos im Bohrloch. Trotzdem ist das Set um Welten besser als jeder handelsübliche Linksausdreher und deshalb eine Empfehlung.




Mutternsprenger
www.louis.de, ca. 15 Euro, im Set enthalten sind Mutternsprenger in zwei Größen und fünf Ausdreher


Der Klassiker unter den Problemlösern ist  der Mutternsprenger. Für Zartbesaitete allerdings, die mit der Anwendung roher Gewalt und der Vorstellung berstenden Metalls so ihre Probleme haben, ist er nicht ideal. Ein Dorn aus gehärtetem Stahl wird hier mit Hilfe einer Gewindespindel in die Flanke der Mutter getrieben, bis diese bricht und sich vom Gewinde trennen lässt. Einfach, aber effektiv. Allerdings setzt die Anwendung des Sprengers allerhand Luft um den Tatort voraus, schließlich fordert er selbst einigen Platz und dann muss ja auch noch der Schraubenschlüssel angesetzt werden. Trotz unschlagbar günstigem Preis verrichtete der Louis-Sprenger in unserem Test klaglos und effizient seinen Dienst. 
Die im Set zudem enthaltenen Schraubenausdreher indes erwiesen sich als reichlich nutzlos – in diesem Falle kein Spezifikum des Louis-Werkzeugs. Wir waren auch mit baugleichem Werkzeug anderer Provenienz noch nie erfolgreich. Ihr? Wenn ja, dann freuen wir uns über Nachricht.




Spezial-Maulschlüssel
www.wera.de, Viererset (10, 13, 17, 19 mm) ca. 100 Euro, auch zöllig verfügbar


Joker Switch heißen diese Maulschlüssel der Firma Wera. Ihren Namen verdanken sie unter anderem einer integrierten Halte­platte, die es ermöglicht, den Schlüssel auf der Mutter abzulegen, ohne dass er nach unten durchrutscht. Alternativ kann bei Arbeiten über Kopf die Mutter zum Ansetzen auch in den Schlüssel gelegt werden. Dank seiner Doppel­sechskantgeometrie in den Maulflanken braucht der Joker zum Nachfassen nur den halben Weg, unter beengten Platzverhältnissen ist das ein großer Vorteil. Am anderen Ende des Werkzeugs sitzen in Arbeitsrichtung umschaltbare Ring-Ratschenschlüssel mit 15-Grad-Kröpfung.
Wer auf den Namenszusatz „Switch“ und damit auf Umschaltbarkeit verzichten kann, kommt bei diesem Viererset – auch größere Sets und Einzelschlüssel sind zu haben – 40 Euro günstiger weg. Hier muss der Schlüssel für die Richtungsänderung der Ratsche umgedreht werden, die Ringschlüsselseite ist nicht gekröpft. Weil sie im Schrauberalltag eine große Hilfe sind, bekommend die Joker von uns eine klare Empfehlung.




Spezial-Steckschlüsselsatz
www.technolit.de, ca. 200 Euro, 1/4 Zoll (5 bis 14 mm) und 1/2-Zoll (10 bis 32 mm)


Ein echtes Multitalent ist der  Steckschlüsselsatz „Drive Cone“ von Gambit. Das patentierte Profil seiner Nüsse ermöglicht es, fast alles zu lösen, was annähernd wie eine Schraube aussieht: egal ob Vierkant, Sechskant, Zwölfkant, Vielzahn, TX, metrisch oder zöllig. Selbst zu 95 Prozent rundgedrehte Köpfe finden laut Hersteller noch Halt in diesen Nüssen. Wir haben das Versprechen anhand eines von uns per Feile malträtierten Sechskantkopfs auf Belastbarkeit getestet. Das Ergebnis: Die Nüsse beißen sich so rein, dass unter entsprechendem Kraftaufwand eher die Schraube abschert, als dass sie locker lassen würden. 
Das Schöne an diesem Kasten ist es zudem, dass er auch an völlig intakten Schrauben problemlos eingesetzt werden kann, ohne Schaden zu hinterlassen. Bei angegriffenen Köpfen muss man sich damit also nicht mehr wie bei den Spiralstecknüssen (siehe unten) überlegen, ob man’s noch mal mit dem konventionellen Schlüssel versucht, um sie damit endgültig zu ruinieren, sondern greift gleich zur Spezialnuss. Absolut empfehlenswert!




Schraubenausdreher und Spiralstechnuss
www.wuerth.de, ca. 160 Euro, acht Nüsse von 10 bis 19 mm, fünf Ausdreher von 6 bis 12 mm


Ein Problemlöserpaket für Inbus-, Torx- und Sechskantschrauben bietet die Firma Würth mit diesem Set, das sowohl Ausdreher als auch Stechnüsse enthält. Deren spiralförmiges Profil wird von Würth als „aggressiv“ bezeichnet, was sich schon beim Auspacken bestätigt. Das Innenleben der Nüsse ist sehr scharfkantig, schneidet sich beim Drehen nach links unerbittlich in die Überreste des Kopfs und dreht so, wir haben es erfolgreich getestet, selbst völlig runde Schrauben aus. Für noch bessere Verzahnung mit dem Schraubenkopf darf sogar mit Hammerschlägen nachgeholfen werden. Auch die Spiralriffelung der Ausdreher bringt enormen Zug auf angebohrte Schrauben­bolzen. Am abgebrochenen Bolzen unserer Schwinge, wo wir mit dem Ausdreherset von Würth scheiterten, kamen wir allerdings auch mit diesem Werkzeug nicht weiter. Offenbar hat die Korrosion diesen Bolzen zu stark mit dem Gewinde verbacken.




Mini-Knarre
www.famex-shop.de, ca. 28 Euro


Winzig klein und mit einer 72-Zahn-Mechanik ausgestattet, ­arbeitet dieser Steckschlüsselsatz auf engstem Raum. Ungeachtet seiner Abmessungen ist der Winzling aber dennoch kein Weichei: Bis 50 Newtonmeter ist er belastbar­ und wartet obendrein mit allerhand durchdachten Details auf. Im Ratschenkopf steckt ein Magnet, der die hochfesten Bits fest im Griff hat. Das Aufstecken der Verlängerung auf die Nüsse erfolgt in zwei Stufen. In Stufe eins bleibt sie geringfügig schwenkbar für den Fall, dass man das Werkzeug nur schräg ansetzen kann. Drückt man sie über den Widerstand in die zweite Rastung, sitzt sie fest. Nützlicher kleiner Helfer auch und gerade für unterwegs.




Zündkerzensteckerzange
www.hazet.de, 54 Euro


Der Name sagt mehr als tausend Worte: Sind die Zündkerzenstecker nur schwer erreichbar, weil sie von anderen Bauteilen verdeckt werden, tief im Ventildeckel sitzen oder schlicht und ergreifend bombenfest stecken, ist es besser zur Zange zu greifen als am Ende der Bemühungen das lose Ende des Zündkabels in Händen zu halten. Bei schlecht zugänglichen Motoren kann sie außerdem dabei helfen, Kerzen herauszufischen, wenn diese mal wieder aus dem Steckschlüssel gerutscht sind. Nicht nur für Fahrer moderner, wassergekühlter Reihenmotoren eine brauchbare Empfehlung.




Micro-Bit-Ratsche
www.proxxon.com, ca. 15 Euro


Bei Arbeiten unter beengten Platzverhältnissen kann diese Ratsche von Proxxon zum Retter in der Not werden. Denn im Gegensatz zum Standardmodell (links im Bild) verzichtet sie auf den 1/4-Zoll-Vierkant. Die Sechskantbits verschwinden bei ihr teilweise im Kopf, und weil dann nur noch deren Spitze herausschaut, gewinnt man im Vergleich zum herkömmlichen Werkzeug wertvolle Millimeter. Damit die Bits nicht herausfallen können, hält sie ein Magnet an Ort und Stelle. Mit 15 Euro ein bisweilen willkommener Joker in der Werkzeugkiste.




Ratsche mit Drehgirff
www.proxxon.com, ab 29 Euro


Manchmal geht es so eng zu, dass selbst einer feinverzahnten Ratsche nicht genügend Arbeitsraum bleibt. Die Rotary-Serie von Proxxon löst das Problem durch einen drehbaren Griff, dessen Bewegung im Innern des Werkzeugs auf den Ratschenkopf übertragen wird. Dadurch können Schrauben gelöst und festgezogen werden, auch wenn es für die Ratsche kaum Bewegungsspielraum gibt. Wer es noch komplizierter mag, kann am Ende des Griffs eine Verlängerung oder eine zweite Ratsche andocken. Das Werkzeug ist in verschiedenen Größen von 1/4 bis 1/2 Zoll erhältlich.
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Stand:21 May 2019 23:17:41/szene/technik+problemloeser-werkzeug+-+raus+aus+der+patsche_19403.html