Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier

28.06.2019  |  Text: Guido Kupper  |   Bilder: Michael Lichter
Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier
Szene Rolling Museum Cannonball – Nix für Weicheier
Alle Bilder »
Alle zwei Jahre wieder machen sich verwegene Gestalten auf zwei Rädern auf den Weg quer durch die USA. So schnell und illegal wie die Jungs der legendären Autorennen aus den Siebzigern wollen sie nicht sein. Sie könnten es auch gar nicht. Denn sie trotzen nicht nur Wind und Wetter, sondern auch den Unbilden antiquierter Technik
Oldtimer. Es sind tatsächlich Oldtimer, die unter der Flagge des Motorcycle ­Cannonball den langen Weg quer durch die USA in zwei Wochen bewältigen. Jedes Mal aufs Neue wird eine Baujahrsbeschränkung festgelegt. Lag das Limit 2016 noch bei 1917, waren die Veranstalter beim letzten Mal mit 1928 eine Spur gnädiger. Und doch: Solch ­eine Distanz muss man auf einem ­Veteranen – mit viel Anlauf vielleicht neunzig Sachen schnell – erst mal abreiten. No tricks, Originalzustand ist gefordert, ­allenfalls ­zeitgemäße Modifikationen sind ­erlaubt. Da braucht’s Durchhaltevermögen.



Der Mann hinter dem Run, Lonnie Isam Jr., 2017 an Krebs gestorben, hatte diesen Biss. Er war es leid, dass die Veteranen der zweirädrigen Fortbewegung hinter Museums­mauern Gnadenöl soffen, nie mehr die Weiten des Kontinents erfahren durften, den sie einst durchkreuzten. Und so aktivierte er seine Veteranenfreunde, organisierte volle zwei Jahre lang, verschuldete sich so, dass er sogar seine 1916er Harley verkaufen musste, und zog es im Jahr 2010 mit 45 Teilnehmern zusammen durch. Ursprünglich als singuläres Ereignis geplant, war danach allen klar: Wir wollen mehr. Und das bekamen sie.



107 Fahrer – darunter vier Frauen – waren 2018 in Portland/Maine am Start. Weit mehr würden gern mitmischen, auch wenn der Spaß naturgemäß nicht ganz billig ist. Man muss also einen Oldtimer, das nötige Kleingeld und viel Zeit haben. Da liegt der Verdacht nahe, dass es sich auch bei den Männern im Sattel eher um Oldtimer handeln könnte. Das Durchschnittsalter in den Begleitteams, ohne deren technische und manches Mal auch moralische Hilfe die Nummer nicht zu bewältigen wäre, ist jedenfalls deutlich niedriger.



Die Route wird jedes Mal neu festgelegt, die Fahrer erfahren sie erst kurz vor dem Start. 2018 war sie die bisher nördlichste und 3 674 Meilen, knapp 6 000 Kilometer, lang. In Sachen Wetter waren die Fahrer auf alles vorbereitet: von Hitze über Regen und Sturm bis zu Schnee in den Rocky Mountains. Was sie dann aber gleich am Anfang der Tour erwartete, überraschte sie trotzdem: Veritable Tropenstürme zogen im Südosten New Englands auf. Das Wetter war so übel, dass die Tour schon am dritten Tag wegen möglicher Überschwemmungen abgebrochen werden musste und der gesamte Tross die nächste Etappenstadt auf vier Rädern anrollte.



Ein Rennen ist der Cannonball nicht und doch gibt es eine Wertung. Jede gefahrene Meile bringt Punkte, für verpasste Meilen oder Verspätungen gibt’s Abzüge. Ganze 93 der 107 Starter kamen diesmal ins Ziel in Stevenson/Washington. Über den Sieg entscheidet letztendlich die Starterklasse, die nach Zylinderzahl und Getriebe unterschieden wird. Die begehrte Trophäe, eine Skulptur des amerikanischen Bildhauers Jeff Decker, ging schließlich an Dean Bordigioni aus Kalifornien, der mit einer Harley von 1914 angetreten war.



Wer jetzt angefixt ist, sollte deutlich schneller sein als sein Veteranenkrad: Die Anmeldefrist für 2020 ist schon vorbei, 2022 also der frühestmögliche Starttermin.
  Teilen
Topseller im Shop
Stand:18 August 2019 10:44:27/szene/szene+rolling+museum+cannonball+-+nix+fuer+weicheier_19403.html Warning: fopen(cache/c8cc3ad8a9b4588c666a34c3803a430f.html): failed to open stream: No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 160 Warning: fputs() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 161 Warning: fclose() expects parameter 1 to be resource, boolean given in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 162 Warning: chmod(): No such file or directory in /var/www/vhosts/tools.huber-verlag.de/httpdocs/files/trunk/Bootstrap3/files/templates/index_template.inc on line 163