Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel

28.08.2019  |  Text: Lars Müller  |   Bilder: Petra Arnold
Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel Szene Automuseum Dr. Carl Benz – Eierkocher unterm Sattel

Hier hat Carl Benz einst Automobile gebaut: das Automuseum Dr. Carl Benz in Ladenburg

Die begann ganz motorenlos mit der „Laufmaschine“ von Karl Drais und dem daraus entstandenen Fahrrad. Ende der 1860er Jahre kommt das Dampfrad zum Einsatz, doch ohne kommerziellen ­Erfolg. Auch Gottlieb Daimlers Reit­wagen mit Ottomotor unterm Sattel, der trotz Stützrädern als erstes Motorrad gilt, war nur ein Versuch. „Die müssen sich damals ziemlich die Eier verbrannt haben“, lacht Seidel.

Feuer unterm Hintern: der Daimler Reitwagen von 1885

So einige Exponate hat Seidel ver­sammelt. Mit Krädern wie einer italie­nischen Guiseppe Benelli Motobi ­Speziale, der französischen Monet & ­Goyon Moto Légére mit drei PS, der immerhin 85 km/h schnellen 1949er Zündapp und einer 1936er BMW bieten sie ein gewisses Spektrum. Aus demselben Jahr stammt auch das Leichtmotorrad von Miele, bei dem man bergauf an den Tretkurbeln mitschwitzen durfte, wenn es der Zweitakter nicht allein schaffte. Auch in der 1949er Rabeneick, die noch heute ausgesprochen elegant wirkt, steckt so ein Sachs-Motor.

Alte Französin: Monet & Goyon Moto Légére anno 1923

Besonders selten ist der NSU-251-OSL-Renner, der einst für Steher-Rennen benutzt wurde. Nur zwei Exemplare gibt es davon. Vor langer Zeit hat ihn ­Seidel für einen Spottpreis erstanden – wie den Puch-Werksrenner, entdeckt auf einem Flohmarkt in Budapest. Die erste Maschine seiner Sammlung, eine Anzani mit Flugzeugmotor, war jedenfalls deutlich teurer. Wahre Leidenschaft ist das, tief eingebrannt in diesen Mann. Was sich Winfried Seidel jetzt mit achtzig Jahren noch wünscht? „Dass ich es noch lange laut knattern höre, wenn ich irgendwo einen Zündschlüssel reinstecke und starte.“

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Stand:04 July 2020 17:53:44/szene/szene+automuseum+dr+carl+benz+-+eierkocher+unterm+sattel_19807.html?page=1