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Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde

17.04.2019  |  Text: Thomas Kryschan  |   Bilder: Tobias Kircher, Michael Rauscher
Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde
Highsider-Customizer-Challenge – Pokalrunde
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Zum zehnjährigen Firmenjubiläum von Highsider rief die Zubehör­marke einen Wettbewerb unter ihren Händlern ­aus. ­Dreizehn von ihnen stellten sich der Abstimmung der Fans auf Facebook und auch wir als ROADSTER-Redaktion wählten ­unseren Favoriten. Hier nun die siegreiche Doppelspitze
Dass unser Favorit beim Online-Voting, die Seven Fifty von Garage 666, mit 277 von 1 804 Stimmen direkt nach der Sieger-BMW von Rock ‘n Roll Cycles (siehe Seite 88) mit 326 Zählern auf Platz zwei landete, stärkte uns schon etwas den Rücken. ­Lieber ­Stefan ­Becker aus Erkelenz, deine R 65 ist ein wirklich gelungenes Stück Boxer. Doch irgendwie haben wir die Dinger inzwischen ein bisschen leid. Und so landete Marc Wildes Honda auf unserem Teller. Der betreibt seine Schmiede in Calw und stellte uns seine Seven Fifty zum Kosten bereitwillig auf den Hof.

Das Gespräch mit dem Mann aus dem Schwarzwald fällt unerwartet kurz aus. So viele Motorräder hat er in seinem Leben schon umgebaut, dass er, was die Seven Fifty angeht, tiefstapelt: „Nichts Besonderes. Heck ab, neue Front, das war’s im Grunde.“ Und eigentlich hat er recht. Viel ist nicht dran an der ­Honda und außergewöhnlich aufgeschminkt hat sie sich auch nicht. Aber das macht für uns gerade ihren Reiz aus. Simpel, hemdsärmelig und frei von allen Starallüren ist sie, aber auch einen Tick finster. Erstaunlich, wie man mit vergleichsweise mildem Aufwand an einer typisch kreuzbraven Honda eine so essenzielle Linie freilegen kann. Allein diese Seiten­ansicht ...

Dank kompakter Front und kurzem Heck wirkt der Serientank auf einmal groß und bullig. Der Kennzeichen­halter integriert sich schlecht

In der Front der Honda steckt die Upside-down-Gabel einer Suzuki GSX-R 750 samt ihrer radial verschraubten Bremssättel. Hinten passte Marc das Feder/Dämpfer-Potenzial des Hecks den Kapazitäten der Front mittels zweier Bitubo-Federbeine an. Das kurze Heck und die tiefen Lenkerstummel sind es, die die Proportionen der ehemals kreuzbraven Honda so anrüchig verschieben und uns verwundert konstatieren lassen, dass ihr Serientank tatsächlich unverändert ist. Mit seinem geschwungenen Schriftzug wirkt der plötzlich bullig wie ein Stiernacken. Zum gedrungenen Auftritt tragen sicherlich auch die neuen Reifendimensionen bei. Marc ersetzte das originale Hinterrad durch die breitere Felge einer Fireblade samt 170er-Gummi. Den verchromten Krümmer versteckt er unter schwarzem Hitzeschutzband. Noch kurze Ixil-Tüten dran, matten Lack drauf und fertig ist das Spaßgerät für die Feierabendrunde.

An der Front wich der ­originale Rundscheinwerfer einem kleineren Exemplar. Die optisch dominante goldene­ Gabel samt Stummellenker verwandelt den braven Tourer in einen sportlichen ­Cafe Racer

Offenbar ist es ein Charakterzug von Marc nicht lange um den heißen Brei herumzureden und schnell auf den Punkt zu kommen. Eine Anekdote aber kann ich dem einsilbigen Mann dann doch noch entlocken: „Der gesamte Umbau hat nur drei Wochen gedauert. Inklusive Lack. Zum „Wheels and Stones“ sollte sie fertig sein und TÜV brauchte sie auch noch. Erst am Tag der Veranstaltung um 12:05 Uhr war ich so weit, endlich Sprit in den Tank kippen zu können. Um 13 Uhr hatte ich meinen Termin beim TÜV und um 14 Uhr sind wir dann los zum Festival.“ So, genug geschwätzt.
Womit wir beim Siegerbike der Onlineauszählung wären. Die BMW R 65 von Rock ‘n Roll Cycles hat einen deutlich längeren Weg hinter sich. Bei ihr holte Customizer Stefan Becker zum Rundumschlag aus und zerlegte nicht nur das Motorrad, sondern auch dessen Antrieb in alle Einzel­teile. Der Motor wurde vermessen, lackiert und mit einem 860-Kubik-Satz von Siebenrock komplett neu aufgebaut. Die pulverbeschichtete Ölwanne erhielt einen Distanzring, der die Ölmenge im Motor vergrößert. Offene Ansaugtrichter, Edelstahlkrümmer und Supertrapp-Dämpfer komplettieren den Antrieb.

Temperatursenkend wirkt der Ölwannendistanzring von Siebenrock. Im leitungsgesteigerten Motor vergrößert er  die Menge flüssigen Schmierstoffs

Um dem aufwendig überarbeiteten Herzstück gerecht zu werden, langte Stefan auch beim Chassis richtig hin. Er setzte den Rahmen instand, pulverte ihn und erneuerte sämtliche Lager des Fahrwerks. Die originalen Felgen der R 65 hat Stefan jedoch erhalten und ist im Nachhinein sehr froh darüber: „Nach der Pulverbeschichtung wirkten sie völlig anders und tragen jetzt maßgeblich zum Look der BMW bei.“ Das optisch dominanteste Bauteil der Kuh dürfte das Spritfass sein. Geklaut von der großen Schwester R 80, musste der Tank an den Rahmen der R 65 angepasst werden und ist neben der Scheinwerfermaske das einzige farbig lackierte Teil. Die ließ Becker bei seinem altbekannten Metallbauer aus Aluminium anfertigen, wobei sich die Form um den Scheinwerferausschnitt als so trickreich herausstellte, dass das Teil schließlich aus drei Segmenten zusammengeschweißt werden musste. Ähnlich viel Arbeit machte auch der Heckbürzel, bevor Stefan seinen metallenen Korpus mit grobnarbigem Leder bezog. Gestützt wird er durch einen minimalistischen Heckrahmen, in dessen geschwungenem Rohr das Rücklicht eingelassen ist.

Unter der zuückverlegten Fußrastenanlage sitzen linksseitig die beiden 3-Zoll-Supertrapp-Dämpfer

Die einstellbaren Stereofederbeine für seine BMW lässt Stefan eigens bei YSS anfertigen, die Wahl der goldenen Gabel geht auf einen Kundenwunsch zurück. Zwar wurde das Motorrad ursprünglich für den Wettbewerb gebaut. Als im Netz dann aber die ersten Aufbaubilder kursierten, wurde ein Mann ganz besonders hellhörig hinter seinem Rechner. Eigentlich suchte der einen deutlich weniger aufwendigen Umbau. Dann aber wurden die Stimmen in seinem Kopf immer lauter und schließlich brachte er Stefan dazu, ihm die BMW zu verkaufen. Da er sich eine goldene Upside-down-Gabel wünscht, fällt die Wahl auf das Exemplar einer Kawasaki ZX-12 R samt Bremsanlage und Gabelbrücken. Dazu muss das Kawa-Gabeljoch an den bayrischen Rahmen angepasst werden. Zudem braucht’s Adapterringe für die Bremsscheiben, um sie an die Kreuzspeichenfelgen tackern zu können. Als es vollbracht ist, wartet als Lohn der Mühe­ der Sieg – und jede Menge Arbeit. Mittlerweile kann sich Stefan vor Anfragen kaum retten, sogar eine Kleinserie könnte aus seiner feschen Vorlage noch werden.         
 

Honda CB Seven Fifty

Technische Daten – Honda CB Seven Fifty

Leistung: 73 PS bei 8 500/min
Drehmoment: 62 Nm bei 7 500/min
Motor: Viertakt-Vierzylinder-Reihenmotor, luftgekühlt, vier Ventile pro Zylinder, dohc, Hubraum 747 ccm, Bohrung x Hub 67 x 53 mm, Fünfganggetriebe
Fahrwerk: Stahl-Doppelschleifen­rahmen, Telegabel, Stahlschwinge mit zwei Federbeinen; Radstand 1495 mm, Lenkkopfwinkel 64 Grad, Nachlauf 91 mm; 296-mm-Doppelscheiben­bremse vorn, 240-mm-Scheibenbremse hinten, Bereifung 120/70 VR 17 vorn, 150/70 VR 17 hinten, Leergewicht 215 kg

Custom

Motor: Serie, Krümmer mit Hitzeschutzband umwickelt, Ixil-Dämpfer
Fahrwerk: Gabel Suzuki GSX-R 750 mit radial verschraubten Tokico-Vierkolben-Festsätteln, Hinterrad Honda CBR 900 RR Fireblade, Reifen 120/70ZR17 vorn, 170/60ZR17 hinten, Bitubo-Federbeine
Specials: gekürzter Heckrahmen, Stummellenker, Acewell-Tacho, Mini-Rücklicht, LED-Blinker, seitlicher Kennzeichenhalter, Probrake-Brems- und Kupplungshebel, Highsider-Lenkerendenblinker, Highsider-Lenkerendenspiegel
 

BMW R 65

Technische Daten – BMW R 65

Leistung: 45 PS bei 7 250/min
Drehmoment: 50 Nm bei 5 500/min
Motor: Viertakt-Zweizylinder-Boxermotor, luftgekühlt, zwei Ventile pro Zylinder, ohv, Hubraum 649,6 ccm,Bohrung x Hub 82 x 61,5 mm, Verdichtung 9,2 : 1, Fünfganggetriebe
Fahrwerk: Doppelschleifen­rahmen aus Stahlrohr, Telegabel, Kardan-Stahlschwinge mit zwei Federbeinen; Radstand 1 400 mm, Lenkkopfwinkel 62,5 Grad, Nachlauf 96 mm, 260-mm-Doppelscheiben­bremse vorn, 200-mm-Trommelbremse hinten, Bereifung 3,25 S 18 vorn, 4,00 S 18 hinten, Leergewicht 205 kg

Custom

Motor: zerlegt, vermessen, abgedichtet, schwarz lackiert. Siebenrock-860-Kubik-Satz mit neuen Kolben, Zylindern und Ringen, Ölwannendistanzring, offene Trichter, Edelstahlkrümmer, 3-Zoll-Supertrapp-Dämpfer
Fahrwerk: Orginalräder mit Reifen im Format 4,00 vorn und 4,50 hinten, ZX-12-R-Upside-down-Gabel, Sechskolben-Bremsanlage mit TRW-Wave-Scheiben in 320 mm, Lenkerstummel, YSS-Federbeine Sonderanfertigung
Specials: Heckrahmen Eigenbau, R-80-Tank, Alu-Höcker Eigenbau, Motogadget Microtaster, Motoscope Mini auf oberer Gabelbrücke, Kennzeichenhalter seitlich


 
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Stand:21 May 2019 22:36:28/szene/highsider-customizer-challenge+-+pokalrunde_19214.html