Bestes Stück – Matador No. 190

08.09.2018  |  Text: Robert Glück  |   Bilder: Robert Glück
Bestes Stück – Matador No. 190 Bestes Stück – Matador No. 190 Bestes Stück – Matador No. 190 Bestes Stück – Matador No. 190
Bestes Stück – Matador No. 190
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Was für ein Name! Matador klingt kraftstrotzend, ­archaisch – und etwas gewalttätig. Der Zusatz No. 190 ergänzt den Matador-Schriftzug – ein nüchterner Hinweis auf … ja was nur? Ich weiß es nicht. Ich weiß nicht, warum No. 190 auf meinem „Zehner Gabel-Ring“ steht.
Mein bestes Stück
Es gibt Dinge, von denen trennt man sich nicht – und wenn es doch notwendig ist, nur unter Schmerzen. Zum Beispiel die Lederjacke, die die Patina deines ganzen Lebens trägt. Das Ladegerät, das deinen Batterie­verschleiß um 50 Prozent gedrückt hat. Der Schrauben­schlüssel, mit dem du schon an deinem ersten Moped geschraubt hast. Derartige Stücke wollen wir in dieser ­Rubrik auf den Sockel heben. Sie haben es verdient. Ihr habt auch ein bestes Stück? Zeigt es uns! Am besten per Mail unter ­redaktion@roadster-magazin.de
 

Robert Glück, Ex-Testredakteur und seit 2016 Pressesprecher von Ducati. Fährt, schraubt, zerstürzt und repariert alle Zweiräder, die sich unter Wettbewerbsbedingungen wohl fühlen

Er misst exakt 150 Millimeter in der Länge, wiegt 45 Gramm und ist seit Jahrzehnten mein Lieblingszehner.



Ich weiß auch nicht, ob es die Firma Matador noch gibt – die Datenkrake habe ich nicht gefragt, denn es ist mir schnuppe. Was ich weiß ist viel wichtiger: Dieser Zehner, diese 45 Gramm CHROM-VANADIUM, wie es auf der Unterseite des Schlüssels steht, begleiten mich nicht erst seit dem Beginn meiner Moped-Schrauber-Ära 1993. Nein, sie waren auch schon in Ägypten Ende der Achtziger dabei und mussten bei unzähligen Zahnriemenwechseln am seligen Fiat 238 ran.



X-mal im Wüstensand verloren – immer wieder gefunden! Diese Treue zeichnet sie bis heute aus. Ob Überschlag im Renault 5, ob zig ­Wüsten-Rallyes, hunderte von Tagen und Nächten in Boxen und Fahrer­lagern, der Zehner weicht nicht von meiner Seite. In all den Jahren schraubte er an 48 Autos und 65 ­eigenen Motor­rädern – und demnächst wird er am Trialer meines Sohnes aktiv­ werden. Sicherlich in dessen Händen, so wie bei mir anno 93, als ich an meiner SR 500, Typ 2J4 mit dem riesigen Scheinwerfer und der Kunststoff­bürzel-Sitzbank, zum ersten Mal einen Motor ausbaute.­ Oder erst gestern wieder, am Zylinder einer DRZ 400, die bis zum Kolben­fresser ­trocken gefahren wurde. Es gibt weiter viel zu tun.
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Stand:21 November 2018 17:52:01/szene/bestes+stueck+-+matador+no+190_18530.html