Auerberg Klassik – Der Berg ruft

16.12.2017  |  Text: René Correra  |   Bilder: Sebastién Nunes
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Auerberg Klassik – Der Berg ruft
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Eine kleine Runde von Brüdern im Geiste, ein Jahr Vorbereitung und eine kräftig emotionale Kindheitserinnerung: Mehr braucht es nicht, um ein längst vergessenes Bergrennen in einem längst ver­gessenen ­Landstrich wiederzubeleben
Wo ein Berg ist, da geht es in aller ­Regel hoch und runter. Wo ein Berg ist, da geht es in aller Regel sehr kurvig zu. Wo ein Berg ist, ist also in aller Regel auch der Motorsport nicht weit weg. Auch am Auerberg im Allgäu war das nicht anders. Zumindest zwischen 1967 und 1987, denn in dieser Zeit fand das Auerberg-Klassik statt, eine drei ­Kilometer lange Hatz auf den 1055 Meter ­hohen Berg in der Gemeinde Bernbeuren.

Bei Bergrennen heißt es, auf den Start warten. Und zwar mit Stil: Harley XR 750 Replica von Josef Kloo und  Laverda 750 SFC von Hartmut Andres

Bernbeuren? Nie gehört? Nun, auch das  war mal anders, denn das Auerberg-Klassik brachte eine respektable Menge Glanz und Gloria in die beschauliche Gemeinde. Genau wie der örtliche Sportwagenhersteller. Ja, richtig gelesen. In Bernbeuren wurden ­zwischen 1969 und 1974 unter dem Namen ­Thurner RS Sportwagen auf NSU-Basis gebaut. Zwar nur 121 Stück, aber immerhin. Das alles reicht für eine veritable Race-­Heritage. Und für das Engagement von zwei in der Szene nicht ganz unbekannten Köpfen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn der ­erste ist Hermann Köpf, dessen Fotos die Motor-Presselandschaft unserer Republik seit vielen ­Jahren regelmäßig bereichern. Wie es der Zufall will, entstammt Köpf tatsächlich der ­beschaulichen Gegend um den Auerberg ­herum und inhalierte so schon als kleiner Junge den Spirit der damaligen Rennveranstaltungen in tiefen Zügen.

Man sagt ja, Männer hören nie auf, genau das zu sein: kleine Jungs. Und so fühlen sie nicht selten – längst im gestandenen Mannesalter angekommen – ihren Träume und Erinnerungen der Kindheit nach, versuchen sie wiederzubeleben und den süßen Geschmack jener Zeit oder auch nur ihrer Ver­heißung ­erneut zu kosten.

Gut, das Wetter hätte besser sein können. Immerhin gab es auch regenfreie Zeitfenster, wie dieses Bild beweist. Ab und an ließ sich sogar die Sonne blicken, wofür wir leider keinen eindeutigen Beweis haben ...

Das Rennen muss wieder zum Berg kommen, so viel steht für Köpf fest. Also sammelt er ein kleine Schar von Motorradfreunden  um sich, gründet den Auerberg Klassik e.V., schreibt Konzepte, spricht bei Behörden vor und organisiert sich die Finger wund. Der Weg ist kein leichter, und vor allem das zuständige Landratsamt erweist sich als harte Nuss, die aber schließlich doch geknackt werden kann.

Mission geglückt, nach dreißig Jahren ­wurde der Berg im September dieses Jahres wieder erstürmt: in sechs Klassen, die von 173 Startern befüllt wurden. Allesamt auf ­Material, das spätestens 1979 das Licht der Welt erblickte. Apropos Blicke: Derer gab es viele, denn nicht weniger als 7 000 Zuschauer zog die Veranstaltung mit ihrem umfangreichen und stark vergestrigtem Rahmenprogramm an. Ein dickes Ausrufezeichen, das ans Satzende gestellt wird, sobald sich die Frage der Wiederholung stellt. Da konnten auch die fürchterlichsten Wetterkapriolen rund um den Berg nichts dran ändern.



Und der zweite Kopf? Der gehört ROADSTER-Boss Guido Kupper. In dessen Garage zufälligerweise eine NSU Lux von 1952 patiniert. NSU, wie passend am Auerberg. Ehrensache, da an den Start zu gehen. Guido ist weit vom Baujahr seiner Lux entfernt und vielleicht sogar in besserem Pflegezustand, aber ein fieser Hexenschuss hatte andere Pläne. Aber wo ein Berg ist, da ist in aller Regel auch ein Wille, wie die nächste Story zeigen wird ...
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Stand:16 October 2018 10:04:44/szene/auerberg+klassik+-+der+berg+ruft_171207.html