Reisegepäck für Motorradfahrer – Rollkoffer

21.05.2018  |  Text: Guido Kupper  |   Bilder: Tobias Kircher
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Reisegepäck für Motorradfahrer – Rollkoffer
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Andalusien, ’ne lauschige Mittelmeer­insel oder gleich ab nach Bali? Wenn es im Winter zur Zweiradflucht in wärmere Gefilde gehen soll – oder ganz profan am Wochenende zum Tracktraining auf die Piste –, muss die Ausrüstung mit. Dafür sind Rollkoffer eine rückenschonende Option. Wir haben fünf Exemplare genauer angeschaut
Es kommt aufs Fahrwerk an, wie immer. Wer auf der Jagd nach dem Anschlussflug schon mal von einem Gate zum nächsten quer durch den ganzen Flug­hafen gehetzt ist, weiß sie zu schätzen: die Spurbreite. Ist sie zu schmal, schleudert dir das Ding in den Kurven um die Ohren, kommt ins Kippen und räumt dabei auch gern mal Dackel oder Kleinkinder ab. Komplikationen vorprogrammiert! Und die Radgröße? Entscheidet zusammen mit der Bereifung, ob der Koffer eher schwebt oder erdverbunden hinter dir her poltert.

Doch es gibt noch eine Menge weiterer Kriterien, auf die es bei den rollenden Gearboxes zu achten gilt. Da ist zunächst mal das Volumen. Was bringt’s dir, wenn du zwar Lederkombi, Stiefel und Helm reinkriegst, dann aber die Zahnpasta aus dem Kulturbeutel trieft, weil du den mit Gewalt dazuquetschen musst? Bei den Abmaßen trennt die Taschen nicht viel, beim Packvolumen schon eher. Für zusätzliches, ausreichendes Urlaubsgepäck sind letztlich alle Exemplare zu klein.

Weiterhin spielen Taschenaufteilung, Verarbeitungsqualität – vor allem der Reißverschlüsse –, das Handling und nicht zuletzt auch das Gewicht eine im wortwörtlichen Sinne tragende Rolle. Wiegt der Koffer selbst schon an die zehn, kommt man mit den rund zwanzig im Flieger erlaubten Kilos nämlich nicht weit.

Preislich liegen unsere fünf Probanden zwischen 130 und 280 Euro, eine stattliche Bandbreite, die sich auch in Verarbeitungsqualität und Materialgüte äußert. Entscheidungshilfe bei der Auswahl sollte auf jeden Fall die geplante Häufigkeit der Einsätze sein. Im Frühjahr, wenn die Motorradhersteller ihre neuen Modelle präsentieren, sind die Dinger bei uns im Dauereinsatz und werden dementsprechend beansprucht. Da lohnt es sich durchaus, etwas mehr Geld auszugeben. Dass aber günstigere Exemplare nicht zwingend schlechter sein müssen, beweist Polo mit der FLM-Q-Bag. Doch seht selbst!
 

American Kargo Gear Bag Roller

Preis: 261 Euro
Bezugsadresse: rideicon.com

Außenmaterial: Polyester, Länge/­Breite/Tiefe ca. 90 x 39 x 38 cm, Herkunft: k. A., ­Volumen (Werksangabe): 130 Liter, ­Gewicht: 6,5 kg, Spurbreite: 32,5 cm, ­Raddurchmesser: 8 cm
Ausstattung: Großes Fach mit zwei integrierten kleinen Taschen in den Seitenwänden. Große Tasche im Deckel mit Zugriff von innen und außen, per Kletteinsätzen mehrfach unterteilbar; eine zusätzliche Tasche außen. Reißverschluss robust, aber nicht sonderlich leichtgängig, nicht schlosstauglich. Ein Griff an der Oberseite, zwei auf der Flachseite. Gute Formstabilität. Spielfreier, etwas kurzer Ausziehgriff. Sehr gut laufende Räder. Kein Visitenkartenfenster.
Praxis: Bietet einigen Zusatzraum für weiteres Gepäck. Dank ausreichender Griffzahl gutes Handling, Ausziehgriff etwas kurz, lange Beine kollidieren beim Ziehen mit der Tasche. Trotz geringster Spur­breite Stabilität noch okay, kippelt bei hektischem Rollen, rollt aber komfortabel ab. Gute Stand­sicherheit.
Fazit: Hochwertige, formstabile, aber auch teure Tasche mit mehr als dem unbedingt nötigen Raum und intelligent gelöster Deckeltasche.

Plus
• Raumangebot
• Raumkonzept im Deckel

Minus
• Geringste Spurbreite im Test
• Ausziehgriff fürs Handling etwas kurz
 

Ogio Wheeled Gear Bag Rig 9800

Preis: 279 Euro
Bezugsadresse: passion-parts.com

Material: Polyester, Länge/Breite/­Tiefe ca. 90 x 43 x 30 cm, Herkunft: ­China, ­Volumen (Werksangabe): 123 Liter, ­Gewicht: 6,3 kg, Spurbreite: 36,5 cm, ­Raddurchmesser: 10 cm
Ausstattung: Großes Fach mit inte­grierter, klettbarer Trennwand; ein größeres Normal- und ein kleines Netztaschenfach im ­Deckel. Robuster, sehr leichtgängiger Reiß­verschluss, schlosstauglich; ein Griff auf der Ober-, zwei an der Flachseite. Recht formstabile Außenwände; eine Außentasche. Spielfreier Ausziehgriff, etwas kurz: Lange Beine kollidieren beim Ziehen mit der Tasche. Noch ausreichende Spurbreite; große, leicht laufende Räder. Kein Visitenkartenfenster.
Praxis: Bietet bei gepackter Fahrerausstattung etwas mehr Zusatzraum als BMW und FLM. Stabiles Material mit guter Verarbeitung, ausreichende Griffmöglichkeiten. Auch ungleichmäßig gepackt noch standsicher. ­Hoher Abrollkomfort dank großer Räder, prima Rollstabilität, sehr handlich.
Fazit: Hochwertiger, nicht ganz leichter Koffer vom Gepäckspezialisten, der weiß, worauf es ankommt, aber teuer

Plus
• Handling und Stabilität

Minus
• Preis
 

BMW Giant Bag

Preis: 250 Euro
Bezugsadresse: bmw-motorrad.de

Material: Polyester, Länge/Breite/­Tiefe ca. 88 x 45 x 37 cm, Herkunft: Vietnam, ­Volumen (Werksangabe): 90 Liter, ­Gewicht: 5,1 kg, Spurbreite: 39,5 cm, ­Raddurchmesser: 9 cm
Ausstattung: Großes Fach mit einknöpfbarer Unterteilung. Netztaschenfach im ­Deckel; hochwertig ­robuster, sehr leichtgängiger Reißverschluss, schlosstauglich. Griffe auf drei Seiten plus einer an der Vorderseite unten. Halbwegs formstabile Seitenwände, auch am Deckel. ­Kleine Außentasche. Stabiler, spielfreier Ausziehgriff. Gut laufende, spielarme und große Räder. Kein Visitenkartenfenster.
Praxis: Trotz Name kein Packraumriese, reicht für Fahrerausstattung und etwas Kleinkram. Hochwertige Machart, stabile Straßenlage mit ­gutem Abrollkomfort, in allen Lagen dank ausreichender Griffzahl gut anzupacken, auch, weil derKoffer der leichteste im Test ist. Guter aufrechter Stand auch bei ungleichmäßiger ­Bepackung.
Fazit: Gut verarbeiteter und gut zu handelnder Rollkoffer mit nicht üppigem Packvolumen, so hochpreisig wie hochwertig.

Plus
• Material und Verarbeitung
• Noch guter Abrollkomfort

Minus
• Hohe Stabilität
• Vergleichweise schmales Packvolumen
 

FLM Sports Q-Bag Travel Sponsor 01

Preis: 130 Euro
Bezugsadresse: polo-motorrad.de

Material: Polyester, Länge/Breite/­Tiefe ca. 80 x 47 x 30 cm, Herkunft: ­China, ­Volumen (Werksangabe): 120 Liter, ­Gewicht: 5,3 kg, Spurbreite: 37 cm, ­Raddurchmesser: 6 cm
Ausstattung: Großes Fach mit integrierter, klettbarer Trennwand. Ein großes, zwei kleine Taschenfächer im Deckel; robuster, aber schwergängiger Zipper, schlosstauglich; nur ein Trage­griff auf der Oberseite, zwei durch Klett verbindbare Haupttragegurte; wenig formstabile Seitenwände; ­eine Außentasche; langer Ausziehgriff mit spürbarem Seitenspiel; schlecht laufende, kleine Räder. Visitenkartenfenster.
Praxis: Platz reicht für nicht viel mehr als eine Fahrerausstattung. Mit Ausnahme der Zippergängigkeit und des Spiels im Ausziehgriff ordentlich verarbeitet, Material robust. Handling der Hauptgriffschlaufen unpraktisch; wegen weniger Griffe nicht gut anzu­packen. Ausreichend stabiler Stand, Rollstabilität noch okay.
Fazit: Sehr günstige, dafür zufriedenstellende Lösung für nicht zu voluminöses Gepäck.

Plus
• Preis-Leistung

Minus
• Rollstabilität und -komfort nur ­mittelmäßig
• Vergleichsweise schmales Volumen
 

Moose Racing Roller Bag

Preis: 208 Euro
Bezugsadresse: rideicon.com

Material: Polyester, Länge/Breite/Tiefe ca. 83 x 46 x 40 cm, Herkunft: China, ­Volumen (Werksangabe): k. A., ­Gewicht: 8,3 kg, Spurbreite: 44 cm, ­Raddurchmesser: 8 cm
Ausstattung: Großer Innenraum mit ­einer optionalen Trennung zum ­Einkletten; ­voluminöser Deckel mit drei nur von außen zugänglichen Taschen; je ein Griff an Ober- und Unter-, zwei an der Flachseite. Reißverschluss robust, aber nicht sonderlich leichtgängig, nicht schlosstauglich. Formstabile ­Seitenwände, aber nicht am Deckel, Material dort in Teilbereichen nicht unterfüttert. Ausziehgriff mit etwas Spiel, ausreichend große Räder mit der größten Spurbreite im Test. Kein Visitenkartenfenster.
Praxis: Gutes, formstabiles Raum­angebot für einiges mehr als das Notwendigste. Sehr stabile Lage und guter Abrollkomfort dank weich gummierter Räder. Schon leer schwer, aber dank zahlreicher Griffe gut zu handeln. Standsicherheit nur durchschnittlich. Außenmaterial fühlt sich vor allem wegen fehlender Fütterung am Deckel billig an. Griffmaterial zu dürr zum ordentlichen ­Anpacken.
Fazit: Zu schwere Tasche mit groß­zügigem Raumangebot und hoher ­Stabilität, aber etwas billiger ­Anmutung.

Plus
• Großes Nutzvolumen
• Stabile Lage und guter Abroll­komfort

Minus
• Standsicherheit nur Mittelmaß
• Zu hohes Eigengewicht
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Stand:13 December 2018 02:20:37/outfits/reisegepaeck+fuer+motorradfahrer+-+rollkoffer_18308.html