Outfit – Leichte Motorrad-Handschuhe

08.08.2018  |  Text: René Correra  |   Bilder: Tobias Kircher
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4SR Monster

4SR Monster
Preis:
59,00 Euro
Bezugsadresse: 4sr.de

Außenmaterial: Ziegenleder, Innenfutter: Polyester, Größen: S–2XL, Ausstattung: Einstellbare Stulpe, Ober- und Unterhand großflächig perforiert, Farben: Schwarz, Sicherheit: Knöchelschutz, Schaumstoff auf Fingerknöcheln und Daumen, Lederdopplung auf der Innenhand
Praxis: Ein- und Ausstieg problemlos, auch dank praktischer und griffiger Lasche als Zughilfe; nahezu perfekter, sehr intimer Sitz, sehr geschmeidiges und weiches Leder, ­leichtes, aber knackiges Trage- mit taktilem ­Griffgefühl; Wildleder an Innenhand ist am Griffgummi vom Motorrad etwas rutschig, das Leder schlägt ­dadurch mitunter Falten; viel Belüftung an der ­Innenhand, außen merklich weniger.
Fazit: 4SR hat einen absoluten Handschmeichler am Start, der im Vergleich zu den anderen Vollleder-Handschuhen trotzdem richtig knackig sitzt. Auch der Schutzlevel ist unter den reinen Lederbüchsen vergleichsweise hoch. Schön luftig und leicht, dazu noch preiswert. Wermutstropfen: Der Handschuh ist als ­einziger im Testfeld (noch) nach der veralteten EU-Norm EN13594:2002 geprüft. Auch als ­Damenversion erhältlich.

Plus
• Richtig schön „lederig“
• Hervorragende Passform
• Praktische Lasche als Einstiegshilfe

Minus
• Veraltete Prüfnorm


Germas Drive

Germas Drive
Preis:
70,00 Euro
Bezugsadresse: katalog.germas.de

Außenmaterial: Ziegenleder, Innenfutter: Polyester, Farben: Schwarz, Größen: S–3XL, Ausstattung: Einstell­bare Stulpe, Stretchmaterial zwischen den Fingern, ­Belüftungskanäle im Knöchelprotektor, Sicherheit: Knöchelschutz, Materialdopplungen an kleinem Finger und Hand­ballen, Schaumstoff an Zeige-, Mittel- und Ringfinger 
Praxis: Man kommt easy rein und raus. Solider, auch mit ­Handschuh gut greifbarer Klett. Fällt tendenziell sehr klein aus. Passform mäßig, bis auf den kleinen Finger sind alle Finger sehr eng oder zu kurz, auch die Innenhand spannt stark. Daumen sind stark eingeschränkt, was zum Beispiel beim Blinken stört. Wirkt dank dickem Leder und relativ viel Innenfutter etwas schwitzig, hat aber eine unerwartet gute Belüftung. Grippt gut am Lenker, vermittelt aber wenig Feingefühl in den Fingerspitzen. Schönes Leder, im Finish fehlt aber der letzte Schliff und an den Nähten offenbaren sich Verarbeitungsmängel.
Fazit: Viel Schwarz, viel Leder, viel Schutz, mäßige Qualität und wenig Passform. Ein guter Sitz alleine macht noch keinen ­guten Handschuh. Fehlt dieser aber, geraten die anderen Qualitäten in den Hintergrund – besagt eine zwar abgeschmackte, aber zeitlose Motorradbekleidungsweisheit. In ­jedem Fall auch eine Größe größer als gewohnt ausprobieren.

Plus
• Weiches Leder, so weit das Auge reicht
• Gute Belüftung

Minus
• Zu enge, einschränkende Passform
• Nicht allzu feines Griffgefühl
• Verarbeitungsmängel


Furygan TD 12

Furygan TD 12
Preis:
59 Euro
Bezugsadresse: jopa.nl

Außenmaterial: ­Ziegen­leder, Elasthan, ­Polyester, Polyamid, ­Polyur­ethan, PVC, Innenfutter: Polyester, Farben: Schwarz Größen: S–3XL, ­Ausstattung: Einstellbare Stulpe, Silikon an Zeige- und Mittelfinger, großflächiges Mesh-Material an Außen- und Innenhand, Sicherheit: Knöchelschutz, Schaumstoff an Ring- und Mittelfinger, Handballen, Handgelenk und Daumen.
Praxis: Einstieg bei kräftigerem Handgelenk mitunter schwierig. Die Passform ist im Großen und Ganzen okay, aber der kleine Finger sowie der Ringfinger sind etwas zu lang. Auch die Innenhand könnte enger sitzen. Konkurrenzlos luftig und leicht im Tragegefühl samt direkter Verbindung zu Griff und ­Hebelei. Liegt aber auch daran, dass quasi keinerlei Leder, sondern fast nur Textil die Finger vom Motorrad trennt. Sicherheitstechnisch ist das eine verwegene Ansage. Kollateralschaden dieser Materialpolitik: Die Finger haben null Grip auf der Hebelei des Motorrads, was die kleinen PVC-Markenlogos auf den Fingerkuppen leider auch nicht ändern. 
Fazit: Luftiger geht es in diesem Testfeld nicht. Und lederloser auch nicht: Ganze sechs Prozent des Handschuhs sind aus schützender Tierhaut, und ­davon ist fast nichts auf der hochgefährdeten Innenhand. 

Plus
• Überragend luftig und feinfühlig

Minus
• Verschwindend geringer ­Lederanteil
• Etwas unausgewogene Passform
• Sehr kleiner Klettverschluss
• Keinerlei Grip an Handhebeln


IXS Carbon Mesh 3

IXS Carbon Mesh 3
Preis:
ca. 70,00 Euro
Bezugsadresse: Händlerübersicht auf moto.ixs.com

Außenmaterial: Ziegenleder, Aramid, Chloropren, Elas­than, Polyester, Polyamid, Polyurethan, PVC  Innenfutter: Polyester, Farben: Schwarz, Größen: S–5XL, Ausstattung: Einstellbare Stulpe, leichte Perforation an Fingern und Innenhand, Mesh-Material an Außenhand und Daumen, Sicherheit: Knöchelschutz, Hartschale am Daumen, Lederdopplung am kleinen Finger sowie an der Außenhand, Schaumstoff an Fingern und Innenhand, PVC am Handgelenk, lange Stulpe
Praxis: Vergleichsweise massiver (Lang-)Handschuh mit umfangreichen Sicherheitsfeatures. Namensgemäß tatsächlich echtes Carbon am Knöchelschutz. Ein- und Ausstieg sehr angenehm, selbiges gilt für den Sitz, das letzte Quäntchen Knackigkeit fehlt aber. Großer, gut greifbarer Klettverschluss. Der Handschuh packt dich richtig gut ein. Sehr effiziente Belüftung, es zieht angenehm durch. Guter Grip am Griffgummi, aber nicht sehr viel Feingefühl in den Fingern.
Fazit: Ein leichter Handschuh, der sich kaum nach ­Verzicht anfühlt. Viel Material und viel Schutz, dank ­effizienter Belüftung aber auch viel Sommertauglichkeit. Ein etwas knackigerer Sitz sowie ein feineres Griffgefühl fehlen zum vollen Sonnenglück. Auch als Damenversion erhältlich. 

Plus
• Massiver Handschuh mit massivem Schutzgefühl
• Effiziente Belüftung
• Wenig feinfühlig an den Fingern

Minus
• Könnte knackiger sitzen


Held Sambia

Held Sambia
Preis:
90 Euro
Bezugsadresse: shop.held.de

Außenmaterial: Spandex mit Lederbesatz, ­Känguruleder, Innenfutter: ungefüttert, ­Farben: Schwarz, Schwarz/Grau/Rot, Größen: 7–12, Ausstattung: Einstellbare ­Stulpe, Perforation an den Fingern, Sicherheit: Knöchelschutz, Hartschaumschutz am Handgelenk, Super Fabric am Handballen, Innenhand aus ­Känguruleder
Praxis: Ein- und Ausstieg problemlos. Knackige Passform, Ring- und kleiner Finger aber etwas zu lang. Der Klettverschluss ist etwas klein zum Greifen. Dank dünnem Känguruleder an Innenhand super taktiles Fingergefühl. Grippt gut am Gasgriff. ­Belüftung an Innenhand und zwischen den Fingern ist okay, auf der Oberhand hingegen kaum zu spüren.
Fazit: Ein leichter Handschuh, in dem man sich jedoch trotzdem richtig gut eingepackt fühlt. Markentypisch hat der Sambia eine schöne Machart sowie umfangreiche Sicherheitsfeatures, umsonst gibt es das aber ­natürlich nicht.

Plus
• Sehr leichtes Tragegefühl
• Knackiger Sitz
• Viele Sicherheitsfeatures

Minus
• Klettverschluss könnte etwas größer sein


Modeka Sonora

Modeka Sonora
Preis:
70 Euro
Bezugsadresse: modeka24.de

Außenmaterial: Ziegenleder, Känguruleder, Polyester, „Sonstiges“, Innenfutter: ­Polyester, Farben: Schwarz/Rot, Schwarz/Gelb, Größen: 6–12, K8–K11, L8–L11, Ausstattung: Einstellbare Stulpe, Stretchmaterial an Mittel- und Ringfinger sowie am kleinen Finger, Mesh-Material an Fingern und Handgelenk, ­Perforation zwischen den Fingern, ­Sicherheit: Knöchelschutz, Schaumstoff an Handgelenk und Fingern, Lederdopplung am kleinen Finger, ­lange Stulpe, Super Fabric am Handballen, Innenhand aus Känguruleder
Praxis: Im Vergleich einer der massiveren Handschuhe. Ein- und Ausstieg sind einfach, auch dank der langen ­Stulpe als Zughilfe; ausreichend ­dimensionierter und damit gut zu greifender Klettverschluss; sehr angenehmer Sitz, lediglich die Finger könnten etwas enger sein. Die Perforation zwischen den Fingern hat einen erstaunlichen Effekt, ansonsten zieht eher wenig Luft durch den Handschuh. Fühlt sich bei 30 Grad und mehr in der Polyester-Oberhand etwas schwitzig an. Hervorragendes Griffgefühl dank dünnem Känguruleder.
Fazit: Alles drin, alles dran. Die Sonora sind komplett ausgestattet, fühlen sich gut an und sind auch preislich attraktiv.  Vor allem die Sicherheitsausstattung des langen Handschuhs überzeugt. Für nur zehn Euro mehr gibt es übrigens ­eine Version mit Klimamembran.

Plus
• Angenehme Passform
• Super Sicherheitsausstattung
• Gutes Griffgefühl

Minus
• Etwas mehr Belüftung wäre gut


Vanucci RVX-5

Vanucci RVX-5
Preis:
70 Euro
Bezugsadresse: louis.de

Außenmaterial: Ziegenleder, Elasthan, Epoxidharz, Polyester, Polyamid, Innenfutter: Polyester,  Farben: Schwarz/Neon, Größen: XS–3XL, Ausstattung: Einstellbare Stulpe, Stretchmaterial zwischen den Fingern und am Daumen, umfangreiche Perforation an Innen- und Außenhand, Mesh-Material an Handrücken und Oberseite der Finger, Sicherheit: Knöchelschutz, Materialdopplung an kleinem Finger und Handballen, Super Fabric am Handballen, Reflexstreifen
Praxis: Wirklich enger Ein- und Ausstieg. Einmal drin, wird es besser, aber nicht optimal: An den Fingern ­tendenziell zu luftig, an der Innenhand tendenziell zu knapp. ­Daumen fühlen sich eingeschränkt. Belüftung top, sehr weiches und geschmeidiges Leder, die Hand fühlt sich sicher eingepackt, es gibt einen soliden und gut zu greifenden Klettverschluss und der Grip am Griffgummi ist bombig.
Fazit: Der Vanucci-Handschuh hätte das Zeug dazu, weit oben mitzuspielen. Der Weg zu seinen unbestreitbaren Qualitäten ist jedoch steinig: Ein- und Ausstieg haben Shitstorm-Potenzial. Auch wenn man es einmal reingeschafft hat, kann die Passform nicht überzeugen. 

Plus
• Sehr gute Ausstattung
• Top-Belüftung

Minus
• Grenzwertig schwieriger Ein- und Ausstieg
• Passform


Germot Rialto

Germot Rialto
Preis:
55 Euro
Bezugsadresse: germot.de

Außenmaterial: Ziegenleder, Polyester, „Anderes“ Innenfutter: Polyester, Farben: Schwarz, Größen: 6–12, Ausstattung: Einstellbare ­Stulpe, Mesh-Material an Fingern und Außenhand, Stretchmaterial an und zwischen den Fingern, Sicherheit: Materialdopplungen sowie Schaumstoff an kleinem Finger und Handballen, Gummiapplikationen an den Fingern
Praxis: knackiger Ein- und Ausstieg, dank Stretchmaterial an relativ langer Stulpe aber gut zu handeln. Massiver, gut zu greifender Klettverschluss. Schöner, intimer Sitz. Alle Finger passen, die ­Nähte sind aber deutlich spürbar. Innenhand spannt leicht. ­Lüftung nur im Daumenbereich spürbar. Ein bisschen wenig Grip am Griff, Taktilität wird durch Nähte beeinträchtigt. 
Fazit: Solide ausgestatteter Handschuh, vor allem in Anbetracht des günstigen Preises. Könnte besser ­durchlüftet sein, patzt aber sonst nirgendwo gravierend. Einen kleinen Wermutstropfen gibt es aber doch: gewöhnungsbedürftig starker Eigengeruch.

Plus
• Anständig ausgestattet 
• Gute Passform

Minus
• Kaum Belüftung
• Geruch


Difi Creek

Difi Creek
Preis:
60 Euro
Bezugsadresse: motoport.de

Außenmaterial: Ziegenleder, Innenfutter: ­Polyester, Farben: Schwarz, Größen: XS–4XL, Ausstattung: Einstellbare Stulpe, großflächige Perforation auf Oberhand, Sicherheit: Materialdopplungen an Daumen, Mittel- und Zeigefinger sowie Handballen
Praxis: Problemloser Ein- und Ausstieg, dann sehr entspannter Sitz, aber fern von Knackigkeit. Ring- und kleiner Finger sind zu lang, dafür zwickt es zwischen Zeige- und Mittelfinger recht deutlich. Schönes, sehr glattes Leder, das allerdings wenig Grip am Motorrad bringt. Die Außenhand ist top durchlüftet, innen gibt es jedoch keinerlei Perforation. Der lange und gut zu greifende Klettverschluss vereinfacht das Handling. Das Fingerspitzengefühl ist nicht sehr feinfühlig, da das verwendete Material zwar angenehm dünn ist, aber nicht sehr gut sitzt. 
Fazit: Puristischer Volllederhandschuh mit Schwächen in der Passform. Abseits vom großzügigen Ledereinsatz gibt es keine nennenswerten Sicherheitsfeatures. Und keine Prüfung nach EU-Norm.

Plus
• Material und Belüftung top

Minus
• Locker, aber zwickt trotzdem
• Kaum Sicherheits-Features
• Lediglich CE-geprüft


Alpinestars Kinetic Gloves

Alpinestars Kinetic Gloves
Preis:
65 Euro
Bezugsadresse: alpinestars.com

Außenmaterial: Ziegenleder, Polyamid, Polyester, Elasthan, synthetisches Wildleder, Innen­futter: Polyester an der Außenhand, Innenhand ungefüttert, Farben: Schwarz,Schwarz/Grau, Schwarz/Rot. Schwarz/Gelb, Größen: S–3XL, Ausstattung: Einstellbare Stulpe, Stretch­material an Daumen und zwischen den Fingern, touchscreentaugliche ­Fingerkuppe am Zeigefinger, Perforation nur an drei ­Fingern, Sicherheit: Knöchelschutz, Schaumstoff an Fingern und Handballen, Material­dopplung am Handballen
Praxis: Angenehmer Einstieg und knackiger Sitz. Kleiner Finger ist etwas zu kurz. Fühlt sich sehr steif an in den Fingerkuppen, man spürt dort deutlich die Nähte. Griffgefühl könnte feinfühliger sein, das Leder an der Innenhand wirkt recht dick. Smartphone-Bedienung mit dem Zeigefinger ist problemlos möglich. Obwohl tendenziell ein eher leichter Handschuh, fühlt man sich ordentlich ­eingepackt. Viel und wild gemixtes Material. Belüftung könnte ausgeprägter sein.
Fazit: Optisch ansprechend gestalteter Handschuh mit ­leichten Verarbeitungsmängeln. Viel Material, viel Ausstattung, wenig Belüftung.

Plus
• Gute Passform
• Smartphone-Kompatibilität

Minus
• Leichte Verarbeitungsmängel
• Nicht sehr luftig


Icon 1000 Axys

Icon 1000 Axys
Preis:
89,00 Euro
Bezugsadresse: Händlerübersicht auf partseurope.eu

Außenmaterial: Rinds- und Ziegenleder, Innenfutter: Polyester, ­Farben: Schwarz/Sand Größen: S–4XL, Ausstattung: Einstellbare ­Stulpe, Perforation am Handrücken, Stretchmaterial an den Fingern, Lasche als Zughilfe, Sicherheit: D30-Knöchelschutz, Materialdopplung an der Innenhand
Praxis: Ein- und Ausstieg problemlos, auch dank Extralasche zum ­Zuziehen. Sinnliches Leder, gesteppte Einsätze, Metall-Badge: ein haptisches Fest. Guter, aber eher lockerer Sitz. Finger etwas zu lang. Minimale Belüftung. Langer, gut zu greifender Klettverschluss. Das Gummi an den Handknöcheln hat was von einer gut gemeinten Absichtserklärung.
Fazit: Der Style-König. Schön gestaltet, schön gemacht. Das geschmeidige Leder schmeichelt ungemein. Leider kaum Sicherheitsfeatures und als einziger im Testfeld nicht CE-geprüft. Dafür selbstbewusst bepreist.

Plus
• Optisch und haptisch weit vorn

Minus
• Kaum Sicherheitsausstattung und nicht CE-geprüft
• Kaum Belüftung


Spidi X-4 Coupe

Spidi X-4 Coupé
Preis:
90 Euro
Bezugsadresse: spidi.com

Außenmaterial: Ziegenleder, synthetisches Leder, Polyamid, Carbonfaser, Innenfutter: Polyester, Farben: Schwarz/Weiß, Schwarz/Dunkelorange, Schwarz/Grün, Rot, Größen: S–3XL, Ausstattung: Einstellbare Stulpe, Stretch­material zwischen den Fingern, touch­screenkompatibel, Mesh-Material an Fingern, Daumen, Handrücken Sicherheit: Carbon-Knöchelschutz, Hartgummi an den Fingerknöcheln, Schaumstoff an Fingerkuppen und Handballen, Materialdopplung am kleinen Finger und Handballen
Praxis: Einfacher Ein- und Ausstieg, der lange Klettverschluss fliegt dabei aber oft aus der Führung. Knackiger, teilweise fast zu enger Sitz an Daumen und Handrücken. Nähte deutlich spürbar. Eher steifes, aber ordentlich eingepacktes Tragegefühl. Wenig Belüftung. Guter Grip am Griff.
Fazit: Umfangreich ausgestatteter, leichter Handschuh aus Italien. Passform und Material mit Verbesserungspotenzial.

Plus
• Gute Ausstattung
• Viele Sicherheitsfeatures

Minus
• Steifes Tragegefühl mit ­mäßiger Passform
 

In den Fängen der Justiz – EU-Richtlinien und Co.

Wie kommt eigentlich dieses sagenumwobene CE-Zeichen in den Handschuh und was ­genau bedeutet es? Die Beantwortung dieser Frage ist alles, nur nicht einfach ...

Viele Jahre lang regelte die Richt­linie 89/686/EWG die Anforderungen an persönliche Schutzausrüstung (PSA) und teilte diese in drei Gefahrenkate­gorien ein. PSA ist beispielsweise Kleidung, die bei Tätigkeiten mit erhöhtem Verletzungsrisiko getragen werden muss. Bekanntermaßen gehört Motorradfahren dazu. 

Wenn ein Handschuhhersteller nun sein Produkt als Schutzhandschuh ­gemäß der Richtline in der EU vertreiben will, muss er eine eigenverantwortliche Konformitätserklärung abgeben und darf folglich das CE-Zeichen („Communauté Européenne“) im Handschuh ­tragen, siehe Difi Creek. Motorradbe­kleidung und damit auch die Handschuhe wurden aber in Kategorie 2 einge­ordnet: mittleres Risiko, vor allem durch mechanische Einwirkungen. Ab PSA-­Kategorie 2 jedoch – und erst da geht es offiziell um Motorradhandschuhe – muss der Hersteller eine ­EG-Baumusterprüfung von zertifizierter Stelle durchführen ­lassen. Siehe alle ­anderen Testhandschuhe.

Hier kommt nun EU-Norm EN 13594:2015 ins Spiel. Sie regelt um einiges präziser, welche Anforderungen ein „Schutzhandschuh für Motorradfahrer“ z. B. hinsichtlich Reiß-, Naht-, Schnitt- und Stoß­abriebfestigkeit erfüllen muss und wie diese getestet und dokumentiert werden. Erst dann darf der Handschuh das CE-Zeichen zusammen mit dem kleinen Motorradsymbol tragen, das ihn ausdrücklich als Motorradhandschuh ausweist (siehe Foto). Und erst dann darf er seit 2016 beim Motorradfahren in Frankreich getragen werden. Zusätzlich ist die Kennzeichnung der zugrunde liegenden Norm und des erreichten Schutzlevels nötig. Im Testfeld erreichen alle Handschuhe lediglich Level 1, der höchste Level 2 ist bei leichten Sommerhandschuhen mit Fokus auf Tragekomfort kaum zu erreichen. Damit es spannend bleibt, ist seit 2018 eine neue EU-Richtlinie gültig, die jetzt aber Verordnung heißt: Willkommen, EU 2016/425! Wir freuen uns auf dich.

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Stand:13 December 2018 02:20:19/outfits/outfit+-+leichte+motorrad-handschuhe_18725.html?page=1