Outfit – 12 Integralhelme

30.04.2018  |  Text: René Correra  |   Bilder: Tobias Kircher
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Outfit – 12 Integralhelme
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Der Winter ist ein zäher Gegner in Teutonien, doch eins ist so sicher wie das Amen in der Kirche: Auch er muss irgendwann besseren Zeiten weichen. Diese Zeiten sind jetzt und eröffnen die Hutsaison 2018. Wir haben uns angeschaut, was die Helmhersteller in diesem Jahr zu bieten haben, und uns zwölf feine Murmeln zum gepflegten Ausritt rausgesucht. Sowohl für Ewiggestrige als auch für jene, die ganz nah am Puls der Zeit sein wollen
Vereinzelte Personengruppen mögen da andere Ansichten haben, doch die meisten werden wohl zustimmen: Unser wertvollstes Körperteil sitzt auf den Schultern. Große Muskeln hin, ­wollüstige Kurven her, ohne Brain­power geht gar nichts. Keine Pyramiden, kein Rechtssystem, keine Bitcoins. Und schon gar kein BrummBrumm auf TöffTöff. 

Man kann es also drehen und ­wenden wie man will, aber am Thema Kopfschutz kommen wir bei unser aller liebstem ­Hobby nicht vorbei. Dafür sorgt neben ­einem ­gesunden Selbsterhaltungstrieb schon der Gesetzgeber. Macht also durchaus Sinn, sich mal mit der aktuellen Hutmode im ­Bereich Kopfschutz zu beschäftigen.

Jeder Jeck ist anders und deswegen ­haben wir einmal mit ganz breiter Hand in die 2018er Kollektionskiste gegriffen. Von moderater bis sportlicher Einpreisung, von Rennstrecke bis Retro-Meile. Nur die ganz günstigen Murmeln haben wir ausgelassen. Ein wenig Qualität kann man sich – auch angesichts der beeindruckenden Preise, die für aktuelle Zweiräder aufgerufen werden – schon gönnen. 



Es lohnt sich, denn das Grundniveau der Integralbirnen ab etwa 300 Euro hat wenig mit Verzicht zu tun. Das zeigt sich einerseits an zum Teil sehr gut ausgestatteten Helmen, kurioserweise vor ­allem im unteren Preisbereich, und fancy ­Features wie aufblasbaren Wangenpolstern (Scor­pion Exo 1400-Air) oder LED-Beleuchtung (Shark Skwal 2). Andererseits ist die wohl wichtigste Qualität eines Helms – ­eine gute Passform – im Großen und ­Ganzen mittler­weile Standard. Zumindest beim eher schlanken Testerkopf. Auch angenehme Dinge wie antibakterielle und austauschbare Innenpolster oder ein werkzeugloser Visier­wechsel gehören im Testfeld 2018 zum guten Ton. 

Eine Sonderrolle nehmen die schwer angesagten Retro-Helme ein. Deren Hersteller mühen sich redlich, einen Hauch Moderne in die klassischen Baumuster zu hauchen. Das gelingt auch, zum Beispiel in Form von leichten und stabilen Komposit- bzw. Carbon-Schalen. Komfort und Funktionalität moderner Integralhelme kann man konstruktionsbedingt jedoch nicht erwarten. Zudem gibt es meist nur eine, schnell etwas knapp werdende Helmschalengröße. Stilechte Druckknopfvisiere und luftige Platzverhältnisse sorgen schließlich für ein Level an Luftzug und Lautstärke, auf das man sich einlassen muss. Erträglich, aber angenehm ist anders. Dafür gibt es in dieser Abteilung eine Extraportion (Material-)Liebe. Das reicht von Aufmerksamkeit (Premier und DMD) über Hingabe (Bell) bis hin zu absoluter Obsession (Hedon). Da zeigt es sich wieder: Auf den Schultern sitzt das wertvollste Körperteil.

Icon Airframe Pro

Preis: 428 Euro
Bezugsadresse: rideicon.com

Icon Airframe Pro

Material: Komposit, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-Verschluss, gepolsterter Kinnriemen, Futter: Innenfutter herausnehmbar, waschbar, schnelltrocknend, Gewicht: 1630 g (L), Größen: XS–3XL, Farben: „Quicksilver“, 13 weitere Designs ­erhältlich, Ausstattung: Atem- und Windabweiser, getöntes Antibeschlagvisier 

Praxis: Martialisch gestylte Murmel. Das ­Innenfutter gefällt mit flauschiger Konsistenz, nicht aber mit starkem Eigengeruch. Sitzt bequem am Kopf. Komfortabler Ein- und Ausstieg. Nicht ganz leise und nicht ganz zugfrei. Die Belüftung lässt sich gut mit Handschuhen bedienen, ist aber nur im Kopfbereich effektiv. Feingerastetes Visier, beschlägt auch ohne Pinlock-Einsatz null und ist werkzeuglos wechselbar.   

Fazit: Der Icon Airframe Pro pflegt einen im wahrsten Wortsinn lauten Auftritt mit böser Optik und mit Eyecatcher-Dekor. Trotz aller Aggression bietet er auch eine ziemlich solide Funktion. Detailverarbeitung und Ausstattung lassen aber Raum nach oben.

Plus
• Bequemer, lässiger Sitz
• Gute Belüftung

Minus
• Relativ laut und zugig

X-Lite X-803 Ultra Carbon 

Preis: ab 620 Euro
Bezugsadresse: Händlerübersicht auf nolangroup.de

X-LiteX-803 Ultra Carbon

Material: Kohlefaser, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-Verschluss, gepolsterter Kinnriemen, Futter: Aktivkohle-Innenfutter heraus­nehmbar, waschbar, Gewicht: 1390 g (L), ­Größen: XXS–XXL, Farben: „Tester 12“, 22 weitere Designs erhältlich, Ausstattung: Schnellentfernung Wangenpolster, Pinlock-Einsatz, Atem- und Windabweiser

Praxis: Klassischer Racinghelm mit hoch­effektivem Belüftungssystem. Ebenso typisch: Es geht eher laut und zugig zu. Die Taster für die Belüftung sind klein und schwergängig. Hervorragender Sitz mit weichem Innenfutter. Ein- und Ausstieg ­jedoch mitunter beschwerlich. Richtig smoothe Visier­mechanik mit superschnellem Visierwechsel. Die X-Lite-­typische „Double-Action-Wippe“ für Verschluss und City-Stellung am Visier ist fummelig und wenig intuitiv. Der sehr lose Atemabweiser macht sich schnell selbstständig.

Fazit: Eine Kopfbedeckung für schnelle Jungs und Mädels mit Fokus auf Gewicht, Belüftung und Sitz. Brillenträger und Leisetreter müssen sich jedoch anderweitig umschauen.

Plus
• Äußerst knackiger Wohlfühlsitz
• Belüftung schaufelt tonnenweise Luft rein

Minus
• Hohes Geräusch- und Zugluftniveau

Bell Star Mips

Preis: 549 Euro
Bezugsadresse: grofa.com 

Bell Star Mips

Material: Komposit mit Carbon-, Kevlar- und Glasfasern, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-­Verschluss mit Magnet, ­gepolsterter Kinnriemen, Futter: Antibakterielles Innenfutter, herausnehmbar, waschbar, Gewicht: 1640 g (L), Größen: S–XL, Farben: „Classic Black/Red“, fünf weitere Designs ­erhältlich, Ausstattung: Antibeschlagvisier, Schnellentfernung Wangenpolster, Atem- und Windabweiser, Lautsprechervor­bereitung, MIPS-Schutzsystem

Praxis: Tourenversion der Rennmurmeln Race- und Pro Star, jetzt mit schwimmend gelagerter Zusatzschale, die dank flexibler Befestigung Rotationsenergie bei seitlichen Einschlägen besser absorbieren kann. Beschlagfreies Visier mit hervorragendem ­Sichtfeld und smoother Mechanik. Nur drei Rastpunkte, die aber ­praxisnah. Trotz Tourenausrichtung mächtig zugig und mächtig laut. Da fällt die dezente Belüftung kaum auf. Nicht ganz leicht.

Fazit: Ein verkappter Sporthelm im Tourenanzug. Flauschig, aber knackig im Sitz, super Visier, aber ordentlich Action in der Kajüte. ­Innovatives Sicherheitssystem. 

Plus
• Sympathischer Sitz
• Handling, Mechanik, Beschlagfreiheit, Wechsel – ein Top-Visier
• Für einen Tourenhelm zu laut und zu zugig

Minus
• Das etwas lose montierte Innenfutter bewegt sich spürbar mit

Shoei Ryd

Preis: 399 Euro
Bezugsadresse: shoei-europe.com

Shoei Ryd

Material: Fiberglas-­komposit, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-Verschluss, gepolsterter Kinnriemen, Futter: Innenfutter herausnehmbar, waschbar, Gewicht: 1360 g (M), Größen: XS–XXL, Farben: „Matt Blue“, sechs weitere Farben erhältlich, Ausstattung: Windabweiser, Schnellentfernung Wangenpolster

Praxis: Fühlt sich leicht und gut ausbalanciert an. Komfortabler Ein- und Ausstieg, dazwischen sehr satter und angenehmer Sitz. Die Mechanik des Visiers fühlt sich richtig wertig an, acht mögliche Positionen. Großes Sichtfeld, leichter Wechsel ohne Werkzeug. Es gibt zwar nur drei Belüftungskanäle, diese sorgen aber für ordentlich Durchzug. Bleiben sie geschlossen, genießt man fast völlige Zug­freiheit. Nicht laut, aber auch nicht auffällig leise. Viele Verwirbe­lungen verschaffen sich Gehör.

Fazit: Der RYD ist ein eher spartanisch ausgestatteter Helm, an der Qualität wurde jedoch nicht gespart. Passform, Visier und Komfort überzeugen, nur das Geräuschniveau ist verbesserungs­würdig. Funktionale, aber hochwertige Machart.

Plus
• Hervorragender Sitz, ohne eng zu sein
• Starke Belüftung mit großen, gut fassbaren Reglern
• Fast keine Zugluft

Minus
• Viele Verwirbelungen = unangenehme Geräuschkulisse

Scorpion Exo 1400 Carbon-Air

Preis: 390 Euro
Bezugsadresse: Händler­übersicht auf scorpionsports.eu

Scorpion Exo 1400 Carbon-Air

Material: Kohlefaser, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-Verschluss, gepolsterter Kinnriemen, Futter: Antibakterielles Innenfutter, herausnehmbar, waschbar, Gewicht: 1280 g (M), Größen: XS–XXL, Farben: „Carbon Pure“, zwei weitere Designs erhältlich, Ausstattung: Atem- und Windabweiser, Sonnenblende, dunkles Visier, Schnellentfernung Wangenpolster, Lautsprechervorbereitung, aufpumpbare Polster

Praxis: Sportlicher Helm in vollem Carbon-Glanz. Ebenso sportlicher Sitz. Das sehr synthetische Innenfutter ist nicht sehr hautsympathisch, ansonsten rundum von solider Machart. Schöne Visiermechanik mit einfachem Wechsel und Extraverschluss. Die Sonnenblende wirkt etwas labil und tänzelt auch eingefahren ganz knapp im Sichtbereich. Die Lüftung ist dank riesiger Schieber narrensicher zu bedienen, aber nicht allzu effektiv. Highlight: Aufpumpbare Wangenpolster für besseren Sitz und weniger Lärm. Ganz leise wird es jedoch trotzdem nicht. Dafür recht zugfrei.

Fazit: Der Scorpion bietet Vollgasoptik und umfangreiche Ausstattung für faires Geld. Einzigartig ist das Pumpsystem, das aber in Fahrt dank innenliegendem Schalter schwer bedienbar ist.

Plus
• Sitzt fest umschlingend am Köpfchen
• Angenehm leicht

Minus
• Pumpsystem funktioniert, ist aber unkomfortabel bedienbar

HJC RPHA 70 

Preis: 450 Euro
Bezugsadresse: Händler­übersicht auf hjchelmets.de

HJC RPHA 70

Material: Komposit mit Carbon- und Glasfasern, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-Verschluss, gepolsterter Kinnriemen, Futter: Antibakterielles Innenfutter, herausnehmbar, waschbar, Gewicht: 1450 g (M), Größen: XXS–XXL, Farben: „Vias MC1SF”, 30 weitere Designs erhältlich, Ausstattung: Sonnenblende, Pinlock-Einsatz, Schnellentfernung Wangenpolster, Atem- und Windabweiser, Vorbereitung für Bluetooth-Kommunikation

Praxis: Sportlicher Tourenhelm mit sportlichem Ein- und Ausstieg, dann aber hervorragender Sitz. Innenfutter mit starkem Eigengeruch. Sehr angenehme Geräuschkulisse und nahezu zugfrei. Trotzdem bei Bedarf ordentlich Frischluftdurchzug. Handling, Wechsel und Mechanik des Visiers überzeugen, sitzt dank Extraverschluss bombenfest. Die Sonnenblende ist dank großem Schieber sicher bedienbar, aber nach unten hin etwas kurz.

Fazit: Die Koreaner bleiben ihrem Credo treu und bieten viel Helm fürs Geld mit Fokus auf alltagsrelevante Eigenschaften. Sehr solides Großserien-Finish.

Plus
• Sympathische Passform
• Ziemlich leise und ziemlich zugfrei
• Effektive Belüftung

Minus
• Innenfutter hat unangenehmen Eigengeruch

Hedon Heroine Racer

Preis: ca. 750 Euro
Bezugsadresse: hedon.com

Hedon Heroine Racer

Material: Komposit mit Carbon- und Fiberglasfasern, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-Verschluss, gepolsterter Kinnriemen, Futter: Antibakterielles Innenfutter, Gewicht: 1360 g (XL), Größen: S–XL, Farben: „Ash“, zehn weitere Designs erhältlich, Ausstattung: Pinlock-Einsatz, Stirnbelüftung

Praxis: Bereits beim Schälen aus der ­aufwendigen Verpackung ein Fest für die Sinne: dicker Lackauftrag, Wild- und Kalbsleder, Ziernähte, Messing- und Kupferdetails – ein wahrer Material-Overkill. Knackig beim Einstieg, knackig im Sitz, knackig im Ausstieg. Fühlt sich inmitten der Retro-Baumuster am ehesten wie ein „normaler“ Helm an. Deutlich leiser als die anderen Retrobirnen und fast ­zugfrei. Geschmeidige Visiermechanik, allerdings geht nur auf oder zu. Pinlock-Einsatz arbeitet gut, aber nicht perfekt. Belüf­tung nicht wahrnehmbar. Sattes, schweres Feeling. Ein echtes Pfund im positiven Sinne. Ab Werk umfänglich individualisierbar.

Fazit: Hochwertigst gemachte Hipster-Murmel, die aber nicht nur gut aussieht. Funktional top im Segment.

Plus
• Herausragende Haptik und Verarbeitung
• Richtig knackiger Sitz
• Performance fast auf Nicht-Retro-Level

Bell Bullitt

Preis: 700 Euro
Bezugsadresse: grofa.com

Bell Bullitt

Material: Kohlefaser-Komposit, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-Verschluss, ­gepolsterter Kinnriemen, Futter: Antibak­terielles Innenfutter, herausnehmbar, ­waschbar, Gewicht: 1250 g (M), Größen: XS–XXL, Farben: „Carbon Pierce Black/White 18“, vier weitere Designs erhältlich, Ausstattung: Antibeschlagvisier mit Magnetverschluss, Stirnbelüftung, regulierbare Kinnbelüftung, Lautsprechervorbereitung
Praxis: Retroklassiker. Komfortabler Sitz mit genretypisch leichtem Auf- und Abziehen. Liebliches Kopfgefühl dank veloursartigem Innenfutter. Material und Fertigung schmeicheln: Chrom, (Kunst-)Leder, Prägelogos, überlackierte Aufkleber, Top-Verarbeitung. Smooth arbeitendes Visier, dank Magnetverschluss klapperlos, zudem beschlagfrei. Wechsel braucht Werkzeug. Laut und zugig. Belüftung in ihrer Funktion kaum wahrnehmbar.
Fazit: Hochwertig gemachte Retrobirne mit komfortabel lockerem Sitz. Tolles Visier, miese Geräuschkulisse.

Plus
• Schmeichelhafte Materialwahl und Verarbeitung
• Tolles Visier mit riesigem Blickfeld

Minus
• Es tönt und windet stark im Helm

Premier Trophy

Preis: 349 Euro
Bezugsadresse: grandcanyonbike.eu

Premier Trophy

Material: Komposit mit ­Carbon-, Dynema und ­Aramidfasern, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-Verschluss, gepolsterter Kinnriemen, Futter: Antibakterielles ­Innenfutter, Wangenpolster ­herausnehmbar, waschbar, Gewicht: 1270 g (L), Größen: S–XL, Farben: „BTR 8 BM“, 20 weitere ­Designs erhältlich Ausstattung: Kratzfestes Visier, Verschluss per ­Druckknöpfen, teilweise Kunstleder im Innenfutter

Praxis: Typische Retrohelmform, das heißt eher kleine Außen­schale, und zwar für alle Größen. Sitzt im Vergleich zu normalen ­Helmen eher locker bequem. Stoff der Innenpolster etwas synthetisch, aber hautfreundlich. Das Kunstleder gefällt umso mehr. Schöne Materialdetails auch am eloxierten Doppel-D-Verschluss. Schwachpunkt ist das schnell beschlagende, nur mit Werkzeug zu wechselnde Visier mit den offen laut rasselnden und kraftintensiven Druckknöpfen. Akustik und Zugluftverhältnisse für diese Helmkategorie sehr anständig. Keine Belüftungseinrichtungen.

Fazit: Designklassiker, der jedoch mit der modernen Schale und verschieden starken EPS-Schichten um aktuellen Schutz bemüht ist. Funktional okay, aber naturgemäß hinter aktuelleren Entwicklungen.

Plus
• Naturgemäß komfortabler Ein- und Ausstieg
• Sympathisches Innenleben mit schönem Materialeinsatz

Minus
• Kraftintensive Druckknöpfe als Verschluss

DMD Rocket

Preis: 560 Euro
Bezugsadresse: ma-bike.com

DMD Rocket

Material: Komposit mit Karbon- und Kevlarfasern, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-Verschluss, gepolsterter Kinnriemen, Futter: Innenfutter herausnehmbar, waschbar, Gewicht: 1280 g (M), Größen: XS–XXL, Farben: „R 80“, sieben weitere Designs erhältlich, Ausstattung: Visierverschluss per Druckknöpfen

Praxis: Wirkt dem Premier auf den ersten Blick sehr ähnlich mit leichten Unterschieden in der Form. Immerhin zwei verschiedene Helmschalen, trotzdem insgesamt sehr kompakte Ausmaße. Recht straffer Sitz mit flauschigem Innenleben, aber auch hier Ein- und Ausstieg dank großzügiger Platzverhältnisse einfach. Haptisches und optisches Highlight ist das reliefartige Dekor. Lowlight auch hier das Visier: beschlägt schnell und klappert dank der Druckknöpfe, wenn geöffnet. Dazu gibt es offen ohrenbetäubendes Pfeifen. Deutlich kleineres Sichtfeld als bei den anderen Retromurmeln. Schließt man das Visier, gibt es jedoch relativ geringe Lärm- und Zugluftentwicklung. Keine Belüftungseinrichtungen. 

Fazit: Eine sympathische Retropackung, die aber mit ähnlichen Nebenwirkungen wie der Trophy behaftet ist. Mit besserem Sitz, aber weniger Materialfreude. 

Plus
• Sitzt straff, ohne unkomfortabel zu sein
• Nicht übermäßig laut und zugig

Minus
• Heftige Geräuschkulisse bei offenem Visier

Shark Skwal 2

Preis: ca. 250 Euro
Bezugsadresse: Händlerübersicht auf shark-helmets.com

Shark Skwal 2

Material: Thermoplastischer Kunststoff, ­Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: Ratschenverschluss, gepolsterter Kinnriemen, Futter: Innenfutter herausnehmbar, waschbar, Gewicht: 1630 g (L), Größen: XS–3XL, Farben: „Black Mat“, 26 weitere Designs erhältlich, Ausstattung: Atem- und Windabweiser, Pinlock-Einsatz, Sonnenblende, Bluetooth-Vorbereitung, LED-Beleuchtung

Praxis: Highlight ist die helle, zuschaltbare LED-Beleuchtung, aufladbar per mitgeliefertem Micro-USB-Kabel. Schalter ist jedoch mit Handschuhen schwer ertastbar. Guter, aber lockerer Sitz nach sportlichem Einstieg. Innenfutter könnte weicher und weniger synthetisch sein. Minimalistische und punktuelle, aber gut bedienbare Lüftung. Große Sonnenblende mit guter Mechanik, gilt auch fürs Visier. Nicht zu laut, aber viele ­Verwirbelungen. Ziemlich zugfrei.

Fazit: Günstiger Helm mit spektakulärem Sicherheitsplus. Gemessen am Preis hervorragend ausgestattet und auch funktional nirgendwo richtig schwach.

Plus
• Gutes und praxisnahes Visier-Handling
• Nur wenig Zugluft im Inneren

Minus
• Aerodynamik sorgt für akustische Präsenz

AGV Veloce S

Preis: 550 Euro
Bezugsadresse: agv.com

AGV Veloce S

Material: Komposit mit Kohlenstoff-, Aramid- und ­Glasfasern, Prüfnorm: ECE-R 22.05, Verschluss: DD-Verschluss, gepolsterter Kinnriemen, Futter: Innenfutter herausnehmbar, waschbar, Gewicht: 1450 g (ML), Größen: XS–XXL, inklusive Zwischengrößen MS und ML, Farben: „Feroce Black Red“, neun weitere Designs ­erhältlich, Ausstattung: Wind- und Atemabweiser, ­Pinlock-Einsatz, Schnellentfernung Wangenpolster, Lautsprechervorbereitung

Praxis: Formtechnisch Racing pur. Sexy gemachter Helm mit großem Markenbewusstsein. Nahezu perfekter Sitz, ohne Beschwerden bei Ein- und Ausstieg. Dickes Visier mit Extraverschluss. Wirksame Belüftung, allerdings mit kraft­intensiven Schiebern. Visier bleibt voll geöffnet störend im Sichtbereich und klappt ab ca. 70 km/h gerne von alleine ein. Gute Aerodynamik, akustisch und windtechnisch ruhig.

Fazit: Sportlicher, liebevoll gemachter Helm, der auch für den Alltag taugt. Leider hat sich im Test ein Teil der Visiermechanik selbst zerlegt, wohl wegen zu loser Verschraubung. AGV sorgte sofort für Ersatz und betreibt Ursachenforschung.

Plus
• Absolut knackiger Sportsitz
• Angenehmes Akustik- und Zugluftniveau

Minus
• Visierrastung ist nicht sehr praxistauglich
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Stand:16 October 2018 10:16:13/outfits/outfit+-+12+integralhelme_18410.html