Kaufübersicht Motorradjeans

16.10.2015  |  Text: Christian Heim  |   Bilder: Volker Rost
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Die eigene Haut ist unbezahlbar und durch nichts zu ersetzen. Wenn es im Falle eines Falles in die Hose geht, sollte die wenigstens halten. Wir haben fünfzehn Motorradjeans ausprobiert
Die Zeit der Ausreden ist vorbei. Wer den Schutz der ­eigenen Haut fahrlässig opfert, weil ihm Optik und Komfort wichtiger sind, hat die Entwicklung verpennt.

Die Bekleidungsindustrie hat in den letzten Jahren mächtig aufgeholt und die Wünsche der Motorradfahrer ernst genommen. Niemand muss sich mehr ­zwingend in dicke Lederhäute zwängen, wenn er sich in den Sattel schwingt. Heute tut’s auch Stoff.

Leichter als Rinderhaut, luftiger und angenehmer zu tragen und ­dabei auch abrieb­fester. Motorradjeans sind Hightech-Produkte, die mit einer ­normalen Baumwollhose kaum noch was gemein ­haben. Doch sie bleiben ein Kompromiss. Dank hoch­abriebfester Fasern leisten sie dem Asphalt beim ungewollten Rendezvous zwar im puren Abrasionsvergleich ­teilweise länger Wider­stand als Leder, die Schutzwirkung einer eng ­sitzenen Protektorenlederkombi jedoch können sie nicht bieten.

Wir haben uns aus dem kaum überschau­baren Angebot fünfzehn ­Hosen zum Ausprobieren herausgepickt, dabei auf den Gleit­reibungsselbstversuch aber verzichtet. Tatsächlich gibt es bei der Auswahl einer ­Motorradjeans ­einige Dinge zu beachten.


Die Unterschiede zeigen sich vor allem darin, wie die abriebfesten Hightech-Fasern in den Jeansstoff eingearbeitet werden. Die einfachste Methode sind gezielte Gewebeverstärkungen in sturzgefährdeten Bereichen wie Gesäß, Hüfte und Knien. Teilweise werden diese fest mit der Baumwollhülle vernäht, teil­weise setzen die Her­steller aber auch auf zusätzliche Innen­hosen, die mit einem Reißverschluss eingezippt werden.

In der Regel ist der Rest der Jeans in diesem Fall genauso beschaffen wie jede andere Jeans auch und folglich bei einem Sturz in kürzester Zeit weggescheuert.

Eine andere Methode sind Misch­gewebe, bei denen abriebfeste Fasern wie beispielsweise Aramid direkt mit dem Baumwollgewebe versponnen werden. Diese Hosen bieten einen Rundum-Schutz von den Knöcheln bis zu den Gürtelschlaufen.

Schweiz gegen England: Die eidgenössische Rokker-Jeans ist topmodisch, die Britin dagegen macht auf konservativ. Die Passform stimmt bei beiden

Neben dem Abriebschutz sollte man auf eine Schlagdämpfung keinesfalls verzichten. Fast alle Hersteller haben Taschen für nachrüstbare Protektoren eingearbeitet, meist an Knien, manchmal auch zusätzlich an der Hüfte. ­Wegen des eher legeren Schnitts der Jeans sitzen die Polster beim Sturz allerdings nicht so sicher am gewünschten Platz wie bei Lederklamotten, hier besteht immer die Gefahr eines Verdrehens.

Auch den Komfort schränken sie natürlich ein Stück weit wieder ein, sei es durch ihr Gewicht und ihr Herumschlackern beim Gehen, sei es durch die Klettverschlüsse zum Fixieren, die bisweilen auf der Haut scheuern.

Die heutigen Bikerjeans bieten einen Rundum-Schutz von den Knöcheln bis zu den GürtelschlaufenAuch ohne Protektoren sind spezielle Motorradjeans schon deutlich schwerer, bei sommerlichen Temperaturen wird so manches Beinkleid zur kleinen Sauna. Das kann mitunter nerven. Genauso wie die völlig unterschiedlichen Passformen. Die Größenangaben der Hersteller fallen teilweise extrem ungenau aus. So kann eine 36er-Hose durchaus wie ­eine 32er ausfallen und umgekehrt. Hier hilft nur direkt im Laden anprobieren, sonst gibts hinterher Ärger.

Aber das Beste zum Schluss: Motorradjeans lassen sich ­in­zwischen fast so locker tragen wie normale Jeans –  den ­ganzen Tag lang. Dazu sehen sie viel besser aus als irgendwelche Papageien­kombis, und beim Trip in die Stadt fühlt man sich nicht gleich wie ein Ritter in voller ­Rüstung. Und deshalb lieben wir sie …

Den kompletten Test könnt Ihr in der neuen ROADSTER 6/2015 lesen!
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Stand:20 September 2018 02:14:34/outfits/kaufuebersicht+motorradjeans_1510.html