BMW R 80 – The Mutant and The Scumback

01.03.2018  |  Text: Katharina Weber  |   Bilder: Floris Velthuis
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BMW R 80 – The Mutant and The Scumback
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»Es macht einfach viel Spaß, eine eigentlich sehr langweilige BMW wieder aufzubauen« – Arjan van den Boom gibt sich große Mühe, der Boxerszene neue Aspekte abzugewinnen und demonstriert das an zwei völlig unterschiedlichen Umbaukonzepten
Ein heruntergekommenes Fabrikgebäude auf einem grauen Industriegelände im niederländischen Almere. Man würde nicht vermuten, dass hinter der schäbigen Fassade feinste Motorräder hergestellt werden. »Aber vielleicht ist es genau die Umgebung, die ich brauche«, erklärt Arjan, der hier seine Firma Ironwood Custom Motorcycles betreibt. Das Gelände erinnert ein bisschen an die industrielle Revolution des 20. Jahrhunderts und insofern passt es. Arjan baut Motorräder, die klassisches Handwerk mit der Arbeit moderner Maschinen kombinieren. »Ich mag alte Lokomotiven, Dampfmaschinen und Schiffe, sie inspirieren mich«, sagt er.

BMW R 80 – The Mutant

Die Motorradkarriere beginnt auf Racingbikes, das erste eine R6. Als Arjan 2012 im Netz immer mehr Cafe Racer sieht, der Hype von heute war da noch nicht in Sicht, absolviert er gerade Renntrainings auf diversen Strecken. Aber die lässt er nach der Bilderflut aus dem Internet schnell bleiben, kauft sich lieber eine Honda CB 550. Inspiriert von den Bikes von Dime City Cycles aus den USA, baut er das Motorrad mit Teilen aus Florida neu auf und verkauft es schnell – das ist der Anfang seiner Firma. In der Anfangszeit betreibt er die aber nur als Nebengewerbe. Erst als die Grundlage solide genug ist, kündigt er seinen festen Job als Projektmanager eines Turboherstellers. »Es war ein Sprung ins kalte Wasser, aber nun kann ich das machen, was ich wirklich mag.« Und mittlerweile kann Arjan davon auch leben.

Schon bald wechselt der Holländer von japanischen Bikes auf BMWs, weil er etwas Anderes, Unverwechselbares als Grundlage für seine Firma sucht. »BMWs waren vor ein paar Jahren nicht populär, außerdem noch relativ billig, die Technik solide und simpel. Einfach ganz nette Motorräder«, Arjan baut einige Boxer zu schmalen, lässigen Bratsyle-Bikes mit flachen Sitzbänken und niedrigen Lenkern um, die Leute mögen es, die Nachfrage steigt. Arjan wird zu sowas wie einem BMW-Guru in Holland, den großen Hype, der die Boxer nur kurz später ganz noch vorn spülen wird, hatte auch er allerdings nicht kommen sehen. Trotzdem, nur selten bewegt er sich aus der Komfortzone der Bayernbikes heraus, hier ist er fit, hier kennt er sich aus. Als Yamaha und die holländischen Uhrenbauer TW Steel anfragen, ob er ein Motorrad für deren Range aus fünf Promobikes bauen will, stimmt er zu. 

Die Motorräder, die aus der Garage von Ironwood rollen, tragen alle die typische Signatur von Arjan. »Ich baue auch weniger extreme Bikes für Kunden, weil die Nachfrage nach Einfachheit einfach größer ist. Aber natürlich habe ich mehr Spaß an extremen Sachen mit etwas mehr Budget. Ein Biest mit einer aggressiven Haltung, das ist so mein Ding. In letzter Zeit habe ich mich mehr und mehr für Streetfighter interessiert. Das sieht man zum Beispiel der »Mutant« auch an.

BMW R 80 – The Mutant
»Ein High-End-Bike und um ehrlich zu sein, kein super praktisches Motorrad, mit dem du viele Kilometer fährst«, so Arjan, wenn es um sein Vorzeigebike geht. Die Mutant auf Basis einer BMW R 80 hat er nicht gebaut, um Streckenrekorde zu brechen, sondern von vornherein als Aushängeschild, das zeigt, was er drauf hat. Das gesamte Aussehen der Achtziger-Jahre-Basis hat er durch eine radikale, aggressive Rennposition umgestoßen.

BMW R 80 – The Mutant

Die Front ist um satte sechs Zentimeter abgesenkt. Möglich wird das durch eine extrem niedrig gebaute Gabelbrücke, in der sogar der motogadget-Tacho integriert ist, der Stummellenker ist außerdem obligatorisch. Im Gegensatz dazu kommt das Heck höher, das Federbein ist zwei Zentimeter länger als der Standard. Außerdem ist ein kurzer und gedrungener Hilfsrahmen verschweißt. Der Auspuff ist ein Highlight des Bikes, zwei Tage braucht Arjans Schweißer, um das Rohrgeflecht zusammenzufügen, der Akrapovic-Endtopf ballert direkt unterm Sitz. Und dass die Shinko-Reifen eine ideale Wahl für diese Bauweise sind, wissen Insider längst.

Trotz moderner Komponenten wie kompletten LED-Beleuchtungseinheiten, satten Bremsen und mehr, will Arjan den klassischen Look seines modernen Fighters nicht vernachlässigen. So entscheidet er sich beim Lack für den alten Ton »Porsche-Vintage-Grün« – und der macht sich wahrlich gut auf dem Zündapp-Tank. Das Gleichgewicht zwischen Alt und Neu ist in unseren Augen hier mehr als gelungen, ein Achtungsmotorrad.

Ironwood-BMW R1200R – The Scumbag
Das zweite Bike, das wir für euch abgelichtet haben, ist gerade erst fertig geworden. »Normalerweise wollen Kunden nicht so ungewöhnliche Sachen, aber der hier wollte was Krasses, Modernes«, erzählt Arjan stolz, während er zum ersten Mal Benzin in den Tank füllt. Der Auftrag kommt von »Buddha to Buddha«, einer bekannten Schmuck-marke, die gerade ihr 20. Jubiläum feiert. »Die arbeiten mit viel Silber und neuerdings auch Gold, klar, dass ich die Farben in das Projekt einarbeiten wollte«, erzählt der Holländer. Trotzdem soll das Motorrad nicht nur Werbeträger für die Marke sein, sondern auch vernünftig fahrbar. Beim Budget gibt es für Arjan zum Glück hohe Grenzen, er darf sich austoben.

BMW R 1200 R – The Scumback

Basis des ungewöhnlichen Customs, das sicher nicht jedermanns Geschmack trifft, ist eine dreizehn Jahre alte R1200, an  der allerdings fast alles neu gefertigt wird. »Nur der schöne Motor sollte als Blickfang und Mittelpunkt erhalten bleiben, alles andere habe ich außenrum gestrickt«, erklärt Arjan. Besonderes Augenmerk wird dem Rahmen zuteil, der nur noch zu etwa zwanzig Prozent Marke München ist. Beim Rest orientieren sich Arjan und sein Schweißer Mervin an Ducati-Fahrwerken, ein extra Hilfsrahmen wird für den Sitz geschweißt. Die Standard-Telegabel wird durch die USD-Führung  einer Suzuki ersetzt. Das klingt einfacher als es ist, immerhin muss Arjan neben einer Gabelbrücke dafür einen komplett neuen »Frontrahmen« konstruieren, der aus dem massiven Tank hervorlugt. Der wiederum entsteht aus Aluminium, ist nur mit Klarlack versehen, Arjan ist zufrieden: »Der Kunde wollte ursprünglich eigentlich einen schwarzen Tank, aber er hat sich zum Glück umstimmen lassen.«

Am Ende ist die Scumbag ein fettes, fast sperriges Krad, allerdings eines, das sich prima für Tagestouren eignet. Ordentliche Sitzposition und ausreichend Tankkapazität – auch Extreme können durchaus komfortabel sein.

www.iwcmotorcycles.com
Technik
»The Mutant«
BMW R 80
Bj. 1985
Erbauer: Ironwood Custom Motorcycles

Motor
Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, 
ohc-Zweiventiler, 
798 ccm (Bohrung/Hub 84,8 x 70,6 mm)

Vergaser: 38 mm
Luftfilter: DNA 
Auspuff: Eigenbau m. Akrapovic-Endtopf
Getriebe: Fünfgang
Sekundärtrieb: Kardan
Leistung: 50 PS bei 6500 /min
Drehmoment: 59 Nm bei 3500 /min
Höchstgeschwindigkeit: 160 km/h

Fahrwerk
Doppelschleifen-Stahlrohrrahmen, 
Ironwood-Heckrahmen

Gabel: BMW, gekürzt
Federbein: Custom Hyperpro
Räder: BMW, gepulvert
Reifen: Shinko Old Classic, vo. und hi. 4,00x18
Bremsen: vo. Brembo-Doppelscheibe, hi. BMW-Trommel

Zubehör
Tank: Zündapp
Sitzbank: Ironwood/ Miller Upholstery
Lenker: Fehling Clip-ons
Griffe: Brembo
Tacho: motogadget scope
Lampe: Caferacers United
Rücklicht: Caferacers United
Blinker: vo. motogadget, hi. Highsider
Fußrasten: Caferacers United
Paintjob: Mark van Wijk

Metrie
Leergewicht: 190 kg
Radstand: 1430 mm
Technik
»The Scumbag«
Ironwood-BMW R 1200 R
Bj. 2006/2017
Erbauer: Ironwood Custom Motorcycles

Motor
Zweizylinder-Viertakt-Boxermotor, 
ohc-Vierventiler, 
1170 ccm (Bohrung/Hub 101 x 73 mm)

Luftfilter: DNA 
Auspuff: Eigenbau m. Akrapovic-Endtopf
Getriebe: Sechsgang
Sekundärtrieb: Kardan
Leistung: 109 PS bei 7500 /min
Drehmoment: 115 Nm bei 6000 /min
Höchstgeschwindigkeit: 220 km/h

Fahrwerk
BMW/Ironwood-Gitterrohrrahmen

Gabel: Suzuki-GSX-1000-USD
Federbein: BMW, gepulvert
Räder: BMW, vo. 3,50 x 17, hi. 5,50 x 17
Reifen: vo. und hi. Continental TKC80
Bremsen: vo. Suzuki-Doppelscheibe, hi. BMW-Scheibe

Zubehör
Tank: »The Custom Factory«-Aluminium
Sitzbank: Brat Style
Lenker: Renthal
Griffe: BMW
Tacho: motogadget scope pro
Lampe: Caferacers United
Rücklicht: Barracuda
Blinker: motogadget
Fußrasten: BMW
Fender: The Custom Factory

Metrie
Leergewicht: 220 kg
Radstand: 1500 mm
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