BMW K – K-ustom Bikes

24.08.2018  |  Text: René Correra  |   Bilder: Andri Margadant, Tobias Kircher, Volker Rost, Frank Schulte, Archiv
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BMW K – K-ustom Bikes
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Sie gelten als unglaublich hässlich aber auch unglaublich robust. Sie wurden hundert­tausendfach verkauft. Und sie sind immer noch vergleichsweise günstig. BMWs Flying Bricks haben also die perfekten Voraussetzungen zum Umbauobjekt. Völlig zu Recht, wie unsere kleine, aber feine Sammlung an Custom-Backsteinen zeigt
Boes.ch 110 VTR Customs
Es braucht schon etwas Fantasie, um die ­Brücke zwischen einer Nobelyacht und einer K-BMW zu schlagen. Zumindest wenn es eine positive Brücke sein soll. Denn wir können uns nicht helfen: Mehr als „lang, schwer und hässlich“ fällt uns einfach nicht ein. 

Vielleicht versucht VTR Customs aus der Schweiz auch deswegen gar nicht erst, eine Verbindung herbeizukonstruieren. Die Jungs um Boss Daniel Weidmann bewundern einfach das Handwerk von Bösch Boote am Zürichsee. Und weil man sich mit den Bootsbauern so gut versteht, war fix eine Idee für das Thema einer ganz besonderen Custom-K geboren. Schlank wie ein Torpedo sollte der Backstein nach vorn fließen, gespickt mit feinsten Materialien.

Der Bootsbauer Bösch steuerte den ein oder anderen Kippschalter aus eigenen ­Yachten bei – von VTR Customs ins perfekt gearbeitete Alu perfekt ­integriert

Für Ersteres wurde ein Hauch von Frontverkleidung aus Alu zusammengedengelt. Am anderen Ende wurde ebenso verfahren, nur wurde es noch hauchiger. Dazwischen gab es ein paar schöne Seitendeckel, ebenfalls aus Alu, ebenfalls made by VTR. Der Tank mit seinem leicht abschüssigen „nose down“-Effekt gibt hierbei die formale Flucht vor. Ansonsten wurde – wen sollte es wundern? – viel abgerissen. Und wenig drangebaut. Nämlich: ein kleines Röhrchen für großen Donner (Unit Garage), verstellbare Stummel fürs Race-Feeling (ABM) und eine feine Bremspumpe für starke Verzögerung (Magura). 

Feinstes Holz, edel bearbeitetes Aluminium, satt aufgetragener Lack im Stil alter Jaguars und handgemalte Pinstripes: Materialporno vom Feinsten

Schlank geworden ist er also, der maritime K-Racer. Und how about feine Materia­lien? Ein Blick von oben bringt Aufklärung: Beginnend an der Front über den Tank bis hin zum Heck wurde ein Streifen besten Bootdeckholzes ins Alu integriert. Bei der Frage, was sowas denn koste, stößt man nur auf Verschwiegenheit. Sagen wir mal so: Der zustän­dige Kollege von Bösch war mehrere Wochen damit beschäftigt. Auch wegen der 15 (!) Schichten Klarlack ...

Aktuell zu erwerben für knapp 40.000 Franken. Da ­haben wir sie also, die Brücke zum Bootsbau. vtr-customs.com


Garagenfund de luxe: Mit nur 21 000 Kilometern wartete diese K 75 in der Scheune auf Zuwendung, die sie von Hammer ­Kraftrad reichlich erfuhr. Technik original, Optik geil

Racer K 75 S Hammer Kraftrad
Nicht alle wissen es, aber nicht nur der liegende Four ist stilbildend für die K, sondern auch der liegende Triple. Der gibt in der K 75 sogar etwas Sound von sich. An die Optik muss man aber auch hier ran. Also versah Michael von Hammer Kraftrad diese Auftragsarbeit fürs BMW Motorradhaus Ebert in Höchberg mit einer Halbverkleidung im Stil der Ducati 750 Imola. Natürlich nicht, bevor das Heck ordentlich gekürzt und mit einem Eigenbau-Höcker aus Alu versehen worden war. Auch der Tank, die eigenen Fender und die Gabelstrebe glänzen in poliertem Alu. Steht ­übrigens aktuell zum Verkauf. hammerkraftrad.de


Sitzbank, Tankpads und der verschriene Luftrüssel sind edel beledert ...

V-One No. 2 V-Scrambler
Da ist er, Ralph Voggenreiters zweiter Scramblerumbau auf K-100-RS-Basis. Die Stoßrichtung ist gleich, die Details sind neu. Vor allem das Material- und Farbkonzept wurde überarbeitet. Das Alu am Tank und den nochmals verkürzten Fendern strahlt dank ausgiebiger Politur heftig, was den Auftrag des schmalen Lackstreifens aufs Spritfass verkomplizierte. Von Hand aufgetragener Emaillack war die Lösung. Die obligatorischen Nummern­tafeln können jetzt einfach gesteckt statt verschraubt werden. Highlight: Feinstes Leder an Sitzbank, Tankpad und Luftrüssel, wahlweise in Braun oder Schwarz inklusive Python, exklusive ­Giftzähne. v-scrambler.de


„Der ­Gerät“ klang dann doch zu ­sperrig. Stattdessen nun – nicht minder ­brachial: The Aggregat. Ein origineller Umbau gespickt mit Flugzeugteilen. Zum Beispiel die Rettungswesten-CO2-Flasche am Aufbockgriff. Schrullig to the max

Custombike The Aggregat Frank Schulte
Die Brücke zur Seefahrt hat die K ja zwei Seiten zuvor bereits geschlagen. Frank Schulte aus Wettenberg ist jedoch eher der Luftfahrt zugetan. Und schon macht der Spitzname „flying brick“ Sinn. Also wurde eine K 100 kurzerhand stilistisch mit der F-86 Sabre, einem US-Jagdjet aus den 50er-Jahren verschmolzen. Dafür wurde das ehemalige Polizeimotorrad komplett gestrippt und mit blankem Alu behangen. Spitfire-Starterknopf, Flugzeugtankanzeige und viele weitere Teile kommen direkt aus dem Flugzeugbau. Der Rest ist German Engineering at it’s best: Kellermann, K-Max, Spiegler – die guten Sachen halt. Prepare for take-off!


Schwer zu glauben, dass dieses Racing-Kleinod mal ein behäbiger Pseudo-Sport-Tourer bajuwarischer Prägung war. Aber Wunder gibt es immer wieder. Und in der Schweiz ohnehin

Custombike 24 hours VTR Customs
Die Achtziger erleben ja allerorten gerade ihre zweite ­Blüte und Langstreckenrenner sind in der Motorradwelt so Achtziger wie Schulterpolster und Haarlack. Wer Langstreckenrennen sagt, sagt Le Mans und wer Le Mans sagt, sagt auch 24 Stunden. Und VTR hat „ja“ gesagt. Gott sei Dank, denn das Ergebnis begeistert. Im Keller der ­Schweizer fanden sich noch eine alte GSX-R-Front, ein Heck aus den Achtzigern sowie goldene PVM-Felgen. Ein paar Anpassungen und Sägearbeiten später sah die 1986er K 100 RS dann so aus wie hier zu sehen. Nur beim Paintjob hat man sich ein paar Jahrzehnte weiter vorn orientiert. Der F1-Jaguar aus dem Jahr 2000 stand Pate. Können wir verschmerzen. Thema Schmerz: 26.500 Fränkli. Gratis: vtr-customs.com
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Stand:21 November 2018 16:46:56/custom/bmw+k+-+k-ustom+bikes_18530.html