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05.09.2017  |  Text: Dirk Mangartz  |   Bilder: Werk
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Moto Guzzi Audace – Die Mandello-Variationen

Moto Guzzi Audace Mandello


Bereits die reguläre California zählt zu den dynamischen Vertretern unter den Dickschiffen. Mit der Audace hat Moto Guzzi seine 1400er Grande
Dame konsequent auf Sportlichkeit getrimmt


Bärenstarker Motor, stabiles Fahrwerk, moderne Retrooptik: Mit der California ist Moto Guzzi ein großer Wurf gelungen. Nur: Die California Touring ist – nomen est omen – ein Tourer, die Custom ein Muscle Cruiser, also beides nicht wirklich passend für ROADSTER-Fans. Jetzt aber haben die Italiener die Palette ihrer großen 1400er nicht nur um das Vintagebike Eldorado, sondern auch um die Audace erweitert. Und die passt. Anders als etwa die Custom kommt die Audace mit Fußrasten statt Trittbrettern, eine sportliche Sitzbank, Rundscheinwerfer und kurze Mega­phone-Schalldämpfer runden das dynamische Paket ab. Mit 296 Kilo ist sie das leich­teste Modell der California-Familie. Und doch handelt es sich noch immer um ein amtliches Fullsize-Motorrad, das nicht gegen Monster und Co. ­antreten will, sondern sich an V-Rod oder Diavel misst. 



Die Neuvorstellung hat das Fahrwerk, den 96-PS-Zweizylinder und das grundsätzliche Layout der Cali­fornia. Fahrdynamisch sollte sie sich damit kaum von den Familienmitgliedern unterscheiden. Auch die Neue ist ein mächtiges Motorrad mit fast 1,70 Meter Radstand. Doch solange nicht rangiert werden muss, ­führen ­Dimensionen und Gewicht zu einer beruhigenden ­Souveränität. Die Guzzi gibt sich erfreulich handlich, federt straff und bremst vehement. Der 90°-V2, übrigens der hubraumstärkste V2 aus europäischer Fertigung, kann sowohl lässig und ruckfrei ab nur 1500 Umdrehungen nach vorne ziehen als auch Stücke aus dem ­Asphalt reißen. Die maximal 120 Newtonmeter verteilen sich über ein breites Plateau und sorgen für beeindruckenden Vortrieb. Freundlicherweise fallen die Vibrationen dank elastischer Aufhängung des Triebwerks dabei nicht hart, wenn auch stets spürbar aus. 
Moto Guzzi tut gut ­daran, ihre 1400er-Basis weiteren ­Motorradgattungen zu ­gönnen. Die Mandello-Variationen des California-Themas schaffen zwar kein völlig neues Motorrad, sie erweitern aber gekonnt den Kreis der ­Interessenten. Jetzt fehlt zum großen Glück zusätzlich nur noch ein leichter, klassischer Roadster mit Stummeln …   

Technische Daten Moto Guzzi Audace

Preis: 18.500 Euro inkl. NK
Leistung: 96 PS bei 6 500/min
Drehmoment: 120 Nm bei 2 750/min
Motor: V-Zweizylinder-Viertakt, ohc-Vierventiler, 1380 ccm, Bohrung x Hub 104 x 81,2 mm 
Getriebe/Endantrieb: 6-Gang, Kardan
Rahmen: Doppelschleifen- rahmen aus Stahl
Federung vorn: Telegabel, Ø 46 mm, nicht einstellbar
Federung hinten: Stahlschwinge mit zwei Federbeine, Vorspannung und Zugstufe einstellbar
Fahrwerksgeometrie: Radstand 1695 mm, Lenkkopf­winkel 52°, Nachlauf 145 mm
Bremsen:  320-mm-Brembo-Scheiben­bremse vorn, 282-mm-Brembo- Scheiben­bremse hinten
Bereifung: vorne 130/70-18, hinten 200/60-16
Gewicht vollgetankt: 296 kg
Tankinhalt: 20,5 Liter

Text: Dirk Mangartz
Bilder: Werk

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Ausgabe 1/18 erscheint am 15. Dezember

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