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04.10.2017  |  Text: Jens Kratschmar  |   Bilder: Werk
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Neue Triumph: Bobber Black und Speedmaster in Hinckley vorgestellt


Neue Modelle von Triumph vorgestellt: Die Bobber Black und die Bonneville Speedmaster zeigen sich im Glanze des nagelneuen Besucherzentrums in Hinckley. Erstes Update der Bobber schon nach einem Jahr mit 16-Zoll-Felge und Doppelscheibe vorn. Die Speedmaster soll den Wunsch nach noch mehr fahrbarer Klassik unter der Triumph-Fahne erfüllen.


Als Mark mich umarmt und ich die Tränen in seinen Augen sehe, wird mir klar, dass ich etwas Großem beiwohne. Gerade hat der sehr scheue John Bloor gemeinsam mit Sohn Nicholas das neue Besucherzentrum im Triumph-Stammwerk zu Hinckley eröffnet. Besagter Mark ist Mark Wilsmore. Ace-Cafe-Wiederbeleber, Mr. Cafe Racer himself und natürlich Triumph-Liebhaber. Zugegeben, er hat bereits mehrfach am Rotwein genippt, aber die Gefühle sind echt. Was ist passiert? Nach den Präsentationen der beiden neuen Bonneville-Ableger Bobber Black und Speedmaster überrascht Triumph-Neugründer John Bloor seine eigenen Mitarbeiter mit seiner Anwesenheit und toppt das noch durch den Wunsch, auf der Bühne auch ein paar Worte sagen zu wollen. Zur Erklärung: John mag jeden Rummel um seine Person überhaupt nicht. Entsprechend kann man seinen Auftritt gar nicht hoch genug einschätzen. Genug des melancholischen Gewäsches. Was ist mit den Mopeds?!

Die neue Bobber Black mit dem fetten 130er-Pneu in der Front und dem unverschämt schönen LED-Scheinwerfer

Bobber Black: Ohne Zweifel ist Triumph heute noch überrascht vom immensen Erfolg der Bobber in diesem Jahr. Über 6000 Motorräder sind weltweit verkauft und auch die Dependance in Deutschland ist heute noch happy, die anfänglich geringe Bestellmenge von 200 Stück nach den ersten Kundenreaktionen deutlich erhöht zu haben. Woher der Erfolg? Die Bobber trifft mit der authentischen Optik des Rahmens, der geschobenen Schwinge und dem mit mächtiger Mitte gesegneten 1200er-Twin (106 Nm und 77 PS), den Zeitgeist wo es gut tut. Die einzigen Kritikpunkte an der Bobber sind: die schwache Bremse und die unbobbrige 19-Zoll-Felge vorn.

Die neue Doppelbremse mit Brembosätteln für die neuen Bobber Black und auch für die Speedmaster

Die Bobber Black mit ihrem 16-Zoll-Rad in 130er-Breite vorne und die dicke Gabel, machen einen gedrungenen Auftritt



Die neue Bobber Black beantwortet das treffend: In ihr rotiert eine 16 Zoll messende Felge vorn samt fettem 130er-Pneu, gebremst wird doppelt per Brembo und die Gabel bekommt satte sechs Millimeter mehr Durchmesser – sie misst nun 47 Millimeter pro Gabelholm. Garniert wird das Ganze durch einen obszön schönen LED-Scheinwerfer mit mehr als markantem Tagfahrlicht. Nach dem Lenkkopf bleibt die Bobber nahezu unverändert. Einzig sind alle Oberflächen schwarz lackiert oder beschichtet, die sonst verchromt oder gebürstet sind, und auch die Endtöpfe haben ein neues Design bekommen. Technisch hat die Black einige schöne Teile aus dem Zubehör an Bord, so sind Tempomat und Griffheizung nun serienmäßig, beides nahtlos in die bekannten Bedienelemente integriert. In dieser Kombination wird die ohnehin starke Präsenz der Bobber heftig brutalisiert und aufgewertet. Die neue Front ist mächtig gedrungen und erinnert ein wenig an eine Bulldogge. Feines Ding. Zu haben ab Februar 2018 in Schwarz oder Mattschwarz für unter 14.000 Euro (Preise werden noch bekannt gegeben).

Die neue Speedmaster auf Basis des Bobbers soll den Klassiker-Freund noch stärker ansprechen

Speedmaster: Nicht nur einmal fiel in der Redaktion die Frage: „Gibt’s für die Bobber nicht auch einen Platz für die Sozia?“ Gibt es. Das Moped heißt aber nicht Bobber, sondern Speedmaster. Rahmen und Motor sind von der Bobber, das Fahrwerk ist eine Mischung aus Bobber und Black. Also 16 Zoll vorn und Brembo-Doppelscheibe, aber mit der dünneren 41-mm-Gabel der Bobber. Dafür mit einem atemberaubend schönen Scheinwerfer im Stil der Roaring 60’s. Im Heck arbeitet nun ein vorspannbares Federbein, um Reserven für den Ritt zu zweit zu haben. Der Beifahrer thront mit einem Einzelsitz auf einem voluminös geschwungenen Fender, der auch stark nach den 1960ern duftet. Garniert mit Chrom und feinen Lacken ist die Speedmaster ein schönes, charmantes Krad für Genießer und Freunde des Opulenten. Das unterstreichen auch der um 2,9 auf 12 Liter gewachsene Tank, die schön breite Beach-Bar sowie die vorverlegten Fußrasten.

Der neue Tagfahrlichscheinwerfer von Bobber Black und Speedmaster

Opulente Chromorgie an der neuen Speedmaster

Die große Rennhistorie von Triumph ist – von originalen Rennmaschinen eingerahmt - natürlich auch ein Part im Besucherzentrum

Zu haben ab Februar für unter 14.000 Euro (Preise werden noch bekannt gegeben). Natürlich stehen für beide Modelle in Summe über 300 Customparts parat. Die bekannten Inspiration-Kits der Bobber („Old School“ und „Quarter Mile“) bleiben erhalten und werden bei der Speedmaster um „Highway“ (Tourenscheibe, Gepäcktaschen und gemütlichere Sitzbank) sowie „Maverick“ (Einzelsitz, breiter Lenker, viele geschwärzte Teile) erweitert. Die ersten Fahrtests folgen im Dezember. ROADSTER bleibt dran.

Einladend die Meile der Helden zum neuen Besucherzentrum: Auf dem Weg sind alle siegreichen Triumph-Rennfahrer von Anbeginn verewigt

Erster Blick auf das Werk in Hinckley: Vorne rechts ist das neue Besucherzentrum entstanden

Drittes Highlight des Abends: Die inoffizielle Eröffnung des nagelneuen Besucherzentrums im Werk. Eine Mischung aus Museum, Restaurant und Event Location. Es gibt viel zu sehen. Natürlich ein Überblick über die Modellpalette, garniert mit vielen Leihgaben der ersten Triumphs aus privaten Sammlungen. Darunter auch die einzig wahre TR6 mit der Steve McQueen in „Gesprengte Ketten“ den Soldaten auf und davon fuhr. Einen Stock höher können Entwicklung und Fertigung von Triumph erlebt werden: Gussteile in verschiedenen Fertigungsstufen zeigen den Weg vom Alublock zum Motorblock.

Teil des Besucherzentrums ist auch einzelne Design- und Entwicklungsstufen zu zeigen. Hier: Die neue T120 entsteht

Das 1902 Cafe lädt als Restaurant zu verweilen ein.

Der Bereich Custom spielt natürlich auch eine große Rolle im neuen Besucherzentrum

Aber auch aus der Designabteilung gibt es viel zu bestaunen: Studien mit Clay-Modellierteilen geben Einblick in die Arbeit der Designer. Natürlich auch vertreten: Ein großer Shop mit allerlei Wichtigem und Noch-Wichtigerem für den wahren Triumph-Fan. Das Center ist ab November geöffnet, kostet keinen Eintritt, willkommen ist jeder. Zusätzlich können Besucher zuvor online eine Werksführung buchen, die kostet aber 15 Pfund – nicht zu viel will man meinen. Auf nach Hinckley!

Wahlspruch der Triumphisten
 

Text: Jens Kratschmar
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